In der Episode #1121 der Wiener Börse Party liefert Moderator Christian Drastil einen kompakten Marktüberblick an einem Dienstag, der nach turbulenten Vortagen etwas Beruhigung an die Börsen bringt – garniert mit Unternehmensnachrichten von Strabag bis Erste Bank und einer Research-Einschätzung, die aufhorchen lässt.

ATX stabilisiert sich nach unruhigen Tagen

Nach dem, was Drastil als „Shaky Times" an den Börsen und einem „Intraday Reversal" am Montag beschreibt, zeigt sich der ATX am frühen Dienstagnachmittag leicht erholt. Mit einem Plus von 0,08 Prozent notiert der österreichische Leitindex bei 5.270 Punkten. Die Bewegung ist zwar marginal, signalisiert aber zumindest eine gewisse Stabilisierung nach den jüngsten Schwankungen.

Dieser Artikel ist eine Added Value Version zu den Key-Insights einer Podcastfolge von audio-cd.at, aufgewertet durch Archivbausteine. Die hier veröffentlichten Gedanken/Schlüsse sind weder als Empfehlung noch als ein Angebot oder eine Aufforderung zum An- oder Verkauf von Finanzinstrumenten zu verstehen und sollen auch nicht so verstanden werden. Der Handel mit Finanzprodukten unterliegt einem Risiko. Sie können Ihr eingesetztes Kapital verlieren.

Unter den Top-Performern sticht der Flughafen Wien mit einem Tagesplus von 2,2 Prozent hervor, gefolgt von der Telekom Austria mit 1,1 Prozent und der Österreichischen Post mit 0,7 Prozent. Der DAX in Frankfurt zeigt sich derweil nahezu unverändert Dort führen Brenntag mit plus 3 Prozent, BASF mit plus 2 Prozent und Beiersdorf mit plus 1 Prozent die Gewinnerliste an.

Handelsvolumina auf beeindruckendem Niveau

Besonders bemerkenswert sind die anhaltend hohen Umsätze an der Wiener Börse. Am Montag wurden 536 Millionen Euro umgesetzt – ein Wert, der den Jahresdurchschnitt auf nunmehr 373 Millionen Euro pro Handelstag angehoben hat. Im Vergleich zum Vorjahr, als der Tagesdurchschnitt bei 247 Millionen Euro lag, entspricht das einem Anstieg von 126 Millionen Euro pro Tag – eine Steigerung von mehr als 50 Prozent.

Auch am deutschen Markt zeigt sich ein ähnliches Bild: Der DAX verzeichnete am Montag einen Tagesumsatz von 14,1 Milliarden Euro. Der durchschnittliche Tagesumsatz ist damit auf über 10 Milliarden Euro gestiegen, verglichen mit 8,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Diese Zahlen unterstreichen, dass die geopolitischen Verwerfungen und die erhöhte Volatilität die Handelsaktivität an den europäischen Börsen deutlich angekurbelt haben.

Unternehmensnachrichten: Strabag, Agrana und Erste Bank

Mehrere österreichische Unternehmen warten mit Neuigkeiten auf. Die Strabag hat im Rahmen eines Konsortiums einen Infrastrukturauftrag in Slowenien im Gesamtvolumen von 194 Millionen Euro erhalten. Der Anteil der Strabag beträgt dabei 60 Prozent, was einem Auftragsvolumen von mehr als 116 Millionen Euro entspricht – ein solider Zuschlag für den Baukonzern.

Agrana setzt derweil auf ein neues Eventformat und rückt das Thema gesunder Boden in den Fokus. Im Rahmen einer „Vienna Soil Dialog"-Konferenz in Wien soll diskutiert werden, wie Landwirtschaft, Versorgungs- und Ernährungssicherheit sowie Europas wirtschaftliche Stabilität angesichts geopolitischer Verwerfungen gesichert werden können. Die Rolle gesunder Böden steht dabei im Zentrum.

Erfreuliche Nachrichten gibt es auch für die Erste Bank: Das Private Banking des Instituts wurde von Euromoney ausgezeichnet. In Österreich erhielt Erste Private Banking den Award als „Best Private Bank", in Rumänien wurde der Bereich als „Romania's Best for Client Service" prämiert.

European Lithium und die Trump-Connection

Eine kuriose Randnotiz liefert die Aktie von European Lithium, die laut Drastil früher hohe Zugriffszahlen auf der Plattform Börse Social generierte. Das Unternehmen wird nun mit Donald Trump Jr. in Zusammenhang gebracht. Drastil kommentiert die Entwicklung mit einem Augenzwinkern: Von sehr tiefem Niveau aus sei man zwar gut unterwegs, befinde sich aber immer noch „weit, weit unter bereits gesehenen Kursen".

Marinomed: First Berlin sieht 260 Prozent Kurspotenzial

Das wohl auffälligste Thema der Episode ist die Research-Einschätzung von First Berlin zu Marinomed. Das Analysehaus stuft die Aktie mit „Buy" und einem Kursziel von 50 Euro ein – bei einem aktuellen Kurs von rund 14 Euro. Das entspräche einem Kurspotenzial von mehr als 260 Prozent.

Als Treiber werden finanzielle Meilensteine und Budesolv-Lizenzvereinbarungen genannt, wobei auch eine Kapitalerhöhung stattfindet. Drastil bezeichnet die Einschätzung augenzwinkernd als „Take My Breath Away" – in Anlehnung an den Berlin-Song „Take My Breath Away" und die Berliner Analysten von First Berlin. Das Kursziel bleibt trotz der aktuellen Bewertungslücke unverändert bei 50 Euro.

Baader Bank bringt österreichische Unternehmen auf die Roadshow

Erwähnenswert ist auch der Rahmen der Episode: Marlene Hartz, Senior Managerin Group Communications bei der Baader Bank, läutet die Opening Bell und hat eine virtuelle Roadshow mit zwölf österreichischen Börsennotierten auf der Agenda – ein Format, das die internationale Sichtbarkeit heimischer Unternehmen stärken soll.

Fazit: Stabilisierung bei hoher Aktivität

Der Handelstag vom 24. März 2025 zeigt einen Markt, der nach volatilen Vortagen Halt sucht. Die weiterhin außergewöhnlich hohen Handelsvolumina in Wien und Frankfurt deuten darauf hin, dass Investoren aktiv positioniert bleiben. Während Strabag mit einem Großauftrag und Erste Bank mit einer Auszeichnung punkten, sorgt das ambitionierte Kursziel von First Berlin für Marinomed für Gesprächsstoff. Die Kombination aus stabilen Blue Chips wie Flughafen Wien und spekulativeren Werten wie European Lithium oder Marinomed zeigt die gesamte Bandbreite des aktuellen Marktgeschehens.