Der Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail stellt seinen Verwaltungsrat neu auf — und wählt dafür prominente Namen aus der europäischen Industrieelite. Gleichzeitig muss das Unternehmen beweisen, dass es die operativen Altlasten hinter sich lassen kann.

Soussan und Schöllhorn übernehmen

An der Generalversammlung vom 5. Mai 2026 treten zwei langjährige Verwaltungsräte ab: Christoph Franz, der dem Gremium seit 2011 angehörte und Erfahrungen aus Lufthansa, Swiss und Deutscher Bahn einbrachte, sowie Wojciech Kostrzewa, der seit 2012 vor allem beim Aufbau des polnischen Standorts mitwirkte.

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Als Nachfolger schlägt Stadler Sabrina Soussan und Michael Schöllhorn vor. Soussan war langjährige Co-CEO bei Siemens Mobility und ist aktuell Mitglied des Aufsichtsrats der Continental AG, deren Vorsitz sie voraussichtlich Ende April übernimmt. Schöllhorn führt seit 2021 Airbus Defence and Space. Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler bezeichnete beide als „hervorragend" und sieht in ihrer Nominierung die Fortsetzung eines vor zwei Jahren eingeleiteten Generationenwechsels. Komplexes Projektgeschäft und digitale Transformation — genau das sollen die beiden einbringen.

Erholung mit offenen Flanken

Der Führungswechsel fällt in eine Phase, in der Stadler finanziell Fahrt aufnimmt. Der Umsatz stieg 2025 um 13 Prozent auf 3,7 Milliarden Franken, der Reingewinn verdoppelte sich auf 100,7 Millionen Franken. Für 2026 peilt das Unternehmen einen Umsatz von deutlich über 5 Milliarden Franken an, gestützt auf einen Rekord-Auftragsbestand von 32,3 Milliarden Franken. Die EBIT-Marge soll über 5 Prozent klettern — ein klares Signal nach einem Jahr, in dem die eigenen Profitabilitätsziele knapp verfehlt wurden. Die Dividende soll entsprechend von 0,20 auf 0,50 Franken je Anteilsschein steigen.

Technische Probleme trüben das Bild jedoch. Wegen Lärm- und Vibrationsbeschwerden bei neu konstruierten Drehgestellen wurde die Abnahme des Modells TINA in Darmstadt und Basel gestoppt. Stadler muss 25 Fahrzeuge bis Ende 2026 auf eigene Kosten nachrüsten — Tests zeigten immerhin eine Reduzierung der Bodenvibrationen um bis zu 51 Prozent. Zusätzlich untersucht die italienische Staatsanwaltschaft nach einem Unfall in Mailand, warum das automatische Notbremssystem eines Tramlink-Modells nicht auslöste. Stadler hat vollständige Kooperation zugesagt.

Dass laut UBS die Stadler-Titel zu den Aktien mit dem höchsten Short-Interest-Anteil zählen, zeigt, dass skeptische Marktteilnehmer die Erholung noch nicht für gesichert halten. Die Generalversammlung am 5. Mai wird zeigen, ob das neue Führungsgremium das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen kann.

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