Stadler Rail Aktie: Konkurrenzsituation analysiert
Neues Servicewerk in Österreich, kräftiges Umsatzwachstum und ein erneuerter Verwaltungsrat — Stadler Rail gibt derzeit auf mehreren Ebenen gleichzeitig Gas. Das Bild ist allerdings nicht ohne Kratzer.
Leopoldsdorf: Vom Zuckerrübenfeld zum Testzentrum
Auf dem Gelände der ehemaligen Agrana-Zuckerfabrik in Leopoldsdorf östlich von Wien entsteht eine neue Servicehalle, die in der zweiten Aprilwoche fertiggestellt sein soll. Stadler hat eine Absichtserklärung zur Pacht des Geländes unterzeichnet und verlagert in einem ersten Schritt das Typentestzentrum für ÖBB-Doppelstockzüge dorthin. Mittelfristig soll ein vollwertiger Instandhaltungsstützpunkt für österreichische Kunden folgen. Da Testkapazitäten für Schienenfahrzeuge in Europa knapp sind, verfolgt Stadler gemeinsam mit Partnern auch die Entwicklung eines eigenständigen Test- und Entwicklungszentrums am Standort.
Der Personalaufbau läuft parallel: Nach rund 2.000 neuen Stellen im vergangenen Jahr plant Stadler für 2026 weitere 1.000 Einstellungen — 200 bis 300 davon in der Schweiz. Der Personalbestand würde damit auf 18.000 Vollzeitstellen wachsen.
Starkes 2025, ambitioniertes 2026
Die Zahlen für 2025 liefern die Grundlage für diese Expansion. Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf 3,7 Milliarden Schweizer Franken, der Reingewinn verdoppelte sich auf 100,7 Millionen Franken. Für 2026 peilt Stadler einen Umsatz von deutlich über 5 Milliarden Franken an — ein Wachstum von 30 bis 40 Prozent. Gestützt wird das Ziel durch den starken Auftragsbestand, erhöhten Produktionsoutput und ein laufendes Effizienzprogramm in Deutschland. Die angestrebte EBIT-Marge liegt bei über 5 Prozent.
Ab 2027 normalisiert sich das Wachstum auf 9 Prozent, bis 2028 auf rund 6 Prozent — womit Stadler die Wachstumsrate der Wettbewerber Alstom und Siemens leicht übertreffen würde.
Baustellen im wörtlichen und übertragenen Sinne
Neben der Wachstumsstory bleiben operative Probleme bestehen. Wegen Lärm- und Vibrationsbeschwerden bei neu konstruierten Drehgestellen wurde die Abnahme des Modells TINA in Darmstadt und Basel gestoppt. Stadler muss 25 Fahrzeuge bis Ende 2026 auf eigene Kosten nachrüsten — Tests zeigten immerhin eine Reduzierung der Bodenvibrationen um bis zu 51 Prozent. Zusätzlich untersucht die italienische Staatsanwaltschaft, warum das Notbremssystem eines Tramlink-Modells bei einem Unfall in Mailand nicht auslöste.
Dass Stadler-Titel laut UBS zu den Aktien mit dem höchsten Short-Interest-Anteil gehören, zeigt: Skeptische Marktteilnehmer halten die Erholung noch nicht für gesichert. Auf Verwaltungsratsebene stehen zur Generalversammlung am 5. Mai zwei Abgänge an — Christoph Franz und Wojciech Kostrzewa treten nach 15 bzw. 14 Jahren nicht mehr zur Wiederwahl an. Als Nachfolger sind Sabrina Soussan, frühere Co-CEO von Siemens Mobility, und Michael Schöllhorn, aktuell CEO von Airbus Defence and Space, vorgesehen. Ob die neuen Gesichter das Vertrauen der skeptischen Investoren zurückgewinnen, dürfte sich schon kurz nach der Generalversammlung im Kursverlauf widerspiegeln — die Aktie notiert mit einem RSI von knapp 37 bereits in überverkauftem Terrain.
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