SoftBank Aktie: AI-Fokus unter Druck
SoftBank hat in den vergangenen Monaten einen deutlichen Rücksetzer erlebt. Nach einem starken Jahr 2025 geraten die Titel trotz großer Pläne im Bereich KI- und Energieinfrastruktur spürbar unter Druck. Auslöser sind unter anderem die Neubewertung der Beteiligung an Arm Holdings und anhaltende Zweifel an der Qualität der Gewinne.
Deutlicher Rückgang nach starkem Jahr 2025
Die Aktie notiert aktuell bei rund 4.010 Yen und zeigt einen klaren Abwärtstrend. In den vergangenen drei Monaten summiert sich das Minus auf rund 30 %. Auf Sicht von:
- einem Tag: etwa –1 %
- einem Monat: rund –4 %
- drei Monaten: rund –30 %
- seit Jahresbeginn: –13,11 %
Damit steht die jüngste Entwicklung in starkem Kontrast zur Ein-Jahres-Gesamtrendite von 77,34 %. Der Großteil der Kursgewinne aus 2025 ist damit deutlich relativiert. Im November 2025 hatte die Aktie vor Beginn der Korrektur noch ein Hoch von etwa 22.255 Yen erreicht (vor Aktiensplit-Bereinigung).
Arm-Downgrade belastet Stimmung
Zusätzlichen Druck bringt die Einstufung von Arm Holdings. BofA Securities stufte die Aktie von „Buy“ auf „Neutral“ ab und senkte das Kursziel von 145 auf 120 US-Dollar. Analyst Vivek Arya verweist auf kurzfristige Gegenwinde im Smartphone-Geschäft, die Arm vor den Ergebnissen zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 bei den Lizenzgebühren belasten könnten.
Für SoftBank ist das relevant, weil Arm die wichtigste börsennotierte Beteiligung im Portfolio ist. Die Herabstufung zeigt, dass eines der wertvollsten Assets kurzfristigen Unsicherheiten ausgesetzt ist. Am grundsätzlichen nächsten Kurstreiber für SoftBank – den anstehenden Q3-2026-Zahlen am 12. Februar – ändert dies jedoch wenig.
Offensive im KI- und Infrastrukturgeschäft
Parallel zum Kursrückgang treibt SoftBank die Neuausrichtung in Richtung KI- und Energieinfrastruktur konsequent voran. Zu den jüngsten Schritten zählen:
- 1 Mrd. US-Dollar für SB Energy: OpenAI und SoftBank investieren jeweils 500 Mio. US-Dollar in SB Energy, um Rechenzentrums- und Energieinfrastruktur für das Stargate-Projekt auszubauen.
- 1,2-Gigawatt-Rechenzentrum in Texas: SB Energy wird ein großes Rechenzentrum in Milam County, Texas, für OpenAI errichten und betreiben.
- Übernahme von DigitalBridge: SoftBank plant die Übernahme von DigitalBridge für 4 Mrd. US-Dollar, um die nächste Generation von KI-Infrastruktur zu skalieren.
- 22,5 Mrd. US-Dollar für OpenAI: Ende Dezember 2025 wurde eine weitere umfangreiche Investitionszusage gegenüber OpenAI abgeschlossen.
Das Stargate-Projekt ist als mehrjähriges Vorhaben im Umfang von rund 500 Mrd. US-Dollar konzipiert, um weltweit KI-Rechenzentren aufzubauen. Es wurde im Januar 2025 mit politischer Unterstützung in den USA angekündigt.
Aktiensplit soll Zugang erleichtern
Zum 1. Januar 2026 wurde ein 4-zu-1-Aktiensplit umgesetzt. Dadurch sank der Stückpreis deutlich, während der Börsenwert unverändert blieb. Vor dem Split lag die Mindesteinheit von 100 Aktien bei mehr als 2,2 Mio. Yen – eine hohe Einstiegsschwelle für Privatanleger. Der Schritt soll den Zugang zu den Papieren erleichtern, ohne an den fundamentalen Kennzahlen etwas zu verändern.
Zweifel an der Ergebnisqualität
Hinter der dominierenden KI-Story stehen weiterhin Fragen zur Qualität der Ertragsbasis. SoftBank meldete für das erste Halbjahr bis Ende September 2025 einen Nettogewinn von rund 2,9 Billionen Yen – ein Plus von 191 % im Jahresvergleich. Ein Großteil dieser Dynamik stammt jedoch aus Bewertungsgewinnen im Investmentportfolio und nicht aus wiederkehrendem operativem Geschäft.
Die Spannbreite der Schätzungen zum fairen Wert je Aktie ist außergewöhnlich groß. Die Bandbreite reicht von 342 bis 22.781 Yen je Anteilsschein. Das verdeutlicht, wie schwer ein komplexer Beteiligungskonzern mit stark schwankenden Tech-Investments verlässlich zu bewerten ist.
Februar-Zahlen als nächster Test
Der nächste potenzielle Kurstreiber steht am 12. Februar an, wenn SoftBank die Zahlen zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorlegt. Im Fokus dürften dann vor allem drei Punkte stehen: die Fortschritte bei der Umlenkung und Reinvestition von Kapital, die Entwicklung der Bilanzqualität sowie der konkrete Stand der umfangreichen KI- und Infrastrukturzusagen. Aus diesen Faktoren wird sich voraussichtlich ableiten lassen, wie stark die aktuelle Kurskorrektur die weitere Story des Konzerns prägt.
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