Siemens Aktie: Zerrissen durch KI
Die Siemens-Aktie befindet sich derzeit in einem faszinierenden Widerstreit zweier gegensätzlicher Marktmeinungen. Während das Infrastrukturgeschäft massiv vom globalen Boom bei Rechenzentren profitiert, wächst unter Investoren die Sorge, dass künstliche Intelligenz das lukrative Software-Segment kannibalisieren könnte. Diese Ambivalenz sorgt für Nervosität und verhindert trotz operativer Rekorde eine klare Kursrichtung.
Angst vor Software-Disruption
Im Zentrum der Skepsis steht eine fundamentale Frage zur Zukunft der Industriesoftware. Marktbeobachter befürchten, dass fortschrittliche, offene KI-Tools klassische Lösungen – wie die für digitale Zwillinge – teilweise ersetzen könnten.
Dies würde das Geschäftsmodell gefährden, bei dem Kunden alle Lösungen von einem einzigen Anbieter beziehen. Eine aktuelle Analyse unterstreicht, dass genau diese Unsicherheit die Bewertung drückt. Der Markt preist das Risiko ein, dass die bisherigen Burggräben im Softwaregeschäft durch neue KI-Architekturen durchlässiger werden könnten.
Rechenzentren als Wachstumsmotor
Fundamental zeichnet der Konzern jedoch ein gänzlich anderes Bild. Die Zahlen zum ersten Geschäftsquartal widerlegen die Krisenstimmung eindrucksvoll: Der Umsatz im Bereich Rechenzentren legte um mehr als ein Drittel zu.
Besonders der US-Markt erweist sich als massiver Treiber. Hier stiegen die Aufträge um 54 Prozent gegenüber dem Vorjahr, direkt befeuert durch den Ausbau von Cloud- und KI-Infrastruktur. In diesem Segment ist künstliche Intelligenz kein abstraktes Risiko, sondern ein harter Umsatzbringer, der den Auftragsbestand auf das Rekordniveau von 120 Milliarden Euro gehoben hat.
Das Management reagierte auf diese operative Stärke mit einer Anhebung der Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr.
Strategischer Umbau läuft
Parallel zur operativen Entwicklung treibt der Vorstand die Fokussierung des Konzerns voran. Die geplante Abspaltung (Spin-off) von 30 Prozent der Healthineers-Anteile an die Siemens-Aktionäre schreitet voran; konkrete Details werden für das zweite Quartal 2026 erwartet. Zusätzlich stützt ein laufendes Aktienrückkaufprogramm den Kurs. Allein in der dritten Februarwoche nahm das Unternehmen über 350.000 eigene Aktien vom Markt.
Zusammenfassend bleibt die Lage komplex. Mit einem aktuellen Kurs von 247,50 Euro hat sich die Aktie zwar vom jüngsten Tief bei rund 237 Euro gelöst, die hohe Volatilität dürfte jedoch anhalten. Solange die Diskrepanz zwischen dem physischen Boom bei der Infrastruktur und den technologischen Ängsten im Softwarebereich nicht aufgelöst ist, wirkt die "wackelige" Investitionsstimmung als Bremsklotz für eine nachhaltige Neubewertung.
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