Siemens Aktie: KI-Dilemma
Künstliche Intelligenz treibt bei Siemens gerade zwei sehr unterschiedliche Geschichten an: Auf der einen Seite profitiert der Konzern von der weltweiten Investitionswelle in Rechenzentren und Infrastruktur. Auf der anderen Seite wächst ausgerechnet im Software-Geschäft die Sorge vor Disruption. Wie passt das zusammen?
Eine Bloomberg-Analyse von heute (25. Februar 2026) rückt genau diese Bewertungsspannung in den Mittelpunkt – und verweist auch auf die auffällige Divergenz zur ehemaligen Tochter Siemens Energy. Wären beide Konzerne noch vereint, läge der kombinierte Marktwert laut Bloomberg bei rund 320 Milliarden Euro und damit europaweit auf Top-Niveau.
Starke Zahlen – und eine angehobene Prognose
Die Debatte kommt nicht aus einem operativen Vakuum. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 (Oktober bis Dezember 2025) lieferte Siemens kräftig ab: Auftragseingang 21,4 Milliarden Euro (+10% vergleichbar), Umsatz 19,1 Milliarden Euro (+8% vergleichbar). Der Gewinn im Industrial Business stieg auf 2,9 Milliarden Euro (+15%), die Marge kletterte auf 15,6% nach 14,1% im Vorjahr. Unterm Strich standen 2,2 Milliarden Euro Nettoergebnis – und ein Rekord-Auftragsbestand von 120 Milliarden Euro.
Folgerichtig zog der Konzern auch die EPS-Prognose (pre PPA) leicht an: auf 10,70 bis 11,10 Euro (zuvor 10,40 bis 11,00 Euro). Für 2026 bestätigte Siemens zudem ein vergleichbares Umsatzwachstum von 6 bis 8% sowie ein Book-to-Bill von über 1.
An der Börse wirkt das Bild gemischt: Heute notiert die Aktie bei 245,35 Euro (+1,80%). Auf 30 Tage steht dennoch ein Minus von 3,60% – und der Kurs liegt weiter rund 6,2% unter dem 52‑Wochen-Hoch von 261,55 Euro.
KI treibt das Geschäft – aber Software steht im Fokus
Die „positive“ KI-Seite ist greifbar. Digital Industries entwickelte sich im Quartal besonders stark: Der Gewinn sprang um 37% auf 804 Millionen Euro, die Marge verbesserte sich auf 17,8%. Siemens betonte, dass sowohl Software als auch Automation zweistellig bei Auftragseingang und Umsatz wuchsen.
Auch das Rechenzentrums-Geschäft stach heraus: Laut Reuters legte der Umsatz dort im Quartal um mehr als ein Drittel zu. CEO Roland Busch sagte demnach, die Nachfrage habe die Erwartungen deutlich übertroffen. Ähnliche Signale kamen aus Smart Infrastructure mit rekordhohen Auftragseingängen; in den USA sollen die Aufträge der Sparte im Quartal um 54% gestiegen sein – getrieben von Rechenzentrums-Infrastruktur, Gebäudeautomation und Energieverteilung.
Gleichzeitig sitzt der zweite Teil der KI-Medaille im Nacken: Bloomberg verortet die Kernunsicherheit im Software-Segment. Siemens hat mit Altair Engineering (Unternehmenswert rund 10 Milliarden US-Dollar) und Dotmatics gezielt in die Software-Strategie investiert. Laut einem Bericht (Yahoo Finance/GuruFocus, 12. Februar) kritisierten einige Aktionäre den Integrationsfortschritt als intransparent. Busch hält dagegen: KI könne komplexe Industrie- und Simulationssoftware eher aufwerten als verdrängen – gerade wegen hoher Kosten- und Präzisionsanforderungen.
Siemens Energy zeigt die Gegenbewegung
Parallel läuft bei Siemens Energy eine fast spiegelverkehrte Story. Reuters zufolge hat sich der Kurs in den vergangenen zwei Jahren mehr als verzehnfacht. Im ersten Quartal 2026 verdreifachte sich der Nettogewinn nahezu auf 746 Millionen Euro – angetrieben durch KI-bedingte Nachfrage nach Gasturbinen und Netzinfrastruktur.
Damit unterstreicht die Bloomberg-Analyse die wachsende Bewertungsdifferenz innerhalb des „ehemaligen Siemens-Kosmos“: Beide profitieren vom Investitionszyklus, aber Investoren gewichten die Risiken und Hebel offenbar sehr unterschiedlich.
Zum operativen Rückenwind kommt allerdings Gegenwind von außen: CFO Ralf Thomas sprach laut Reuters von einer „ziemlich wackeligen“ Investitionsstimmung – unter anderem wegen Debatten über Zölle und Geopolitik. Zudem rechnet Siemens im laufenden Jahr mit spürbaren Belastungen durch Wechselkurseffekte, insbesondere durch einen schwächeren US-Dollar auf den Industriegewinn.
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