ServiceNow liefert solide Zahlen und treibt sein KI-Angebot mit Hochdruck voran. Gleichzeitig belastet der Tech-Sell-off die Bewertung, während der Krieg im Iran die Märkte durchrüttelt. Die Frage: Reicht die KI-Offensive, um die Skepsis der Investoren zu überwinden?

Software trotzt dem Kriegsschock

Der Ausbruch des Iran-Kriegs hat die Märkte erschüttert und für klare Gewinner und Verlierer gesorgt. Energiewerte profitieren, die meisten anderen Sektoren leiden. ServiceNow gehört jedoch zu den Ausnahmen.

Softwareaktien – jene Titel, die vor wenigen Wochen noch als KI-Verlierer abgestempelt wurden – halten sich erstaunlich gut. ServiceNow, Intuit, Datadog, Snowflake, IBM, Workday und Oracle legten seit Kriegsbeginn sogar zu.

RBC Capital hat historische Daten ausgewertet und kommt zu einem eindeutigen Befund: Softwareaktien zeigen sich in geopolitischen Krisen der letzten 10 und 25 Jahre relativ robust. Die aktuelle Entwicklung scheint diesem Muster zu folgen.

KI-Produkte für den öffentlichen Sektor

Am 5. März sprang die Aktie um 5,2 Prozent nach oben. Auslöser war die Vorstellung neuer KI-Lösungen für Behörden auf dem Government Forum. ServiceNow präsentierte „EmployeeWorks", einen KI-gestützten Assistenten für Behördenmitarbeiter, und „Autonomous Workforce" – spezialisierte KI-Agenten für sichere Cloud-Umgebungen.

Die Launches folgten auf die Übernahme von Moveworks. Zudem stufte Forrester ServiceNow als Leader für Public-Sector-Lösungen ein und lobte die „aggressive KI-Strategie". Eine Partnerschaft mit Autonomize AI zielt auf KI-gestützte Healthcare-Lösungen ab. Der IT-Dienstleister FPT wurde zum Premier Partner erhoben.

Ende Februar und Anfang März weitete ServiceNow sein KI-Portfolio mit Autonomous Workforce und EmployeeWorks aus, integrierte neue Telekom- und Sicherheitslösungen und erhielt die FedRAMP-Zertifizierung für Moveworks. Parallel registrierte das Unternehmen Mitarbeiter-Aktienprogramme im Wert von rund 102,91 Millionen Dollar.

Armis-Deal stärkt Cybersecurity

ServiceNow übernimmt den OT-Cybersecurity-Anbieter Armis für 7,75 Milliarden Dollar in bar. Der Deal unterstreicht die Konsolidierung im OT-Sicherheitsmarkt und ServiceNows wachsenden Fokus auf Cybersecurity.

Armis ermöglicht Asset-Erkennung in Echtzeit und Risiko-Priorisierung über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Die Sicherheitsfunktionen werden in ServiceNow-Workflows integriert und sollen durchgängigen Schutz bieten – besonders in Bereichen mit cyber-physischen Systemen wie Produktion und Gesundheitswesen.

Solide Q4-Zahlen, verhaltene Reaktion

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Die fundamentalen Daten bleiben stark. Der Umsatz stieg im vierten Quartal um 20,5 Prozent auf 3,56 Milliarden Dollar, das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte um 26 Prozent auf 0,92 Dollar. Subscription-Erlöse wuchsen um 21 Prozent auf 3,47 Milliarden Dollar.

Die Current Remaining Performance Obligations (cRPO) – erwartete Vertragsumsätze für die nächsten zwölf Monate – legten um 25 Prozent auf 12,85 Milliarden Dollar zu.

ServiceNow kündigte ein Aktienrückkaufprogramm über fünf Milliarden Dollar an und bekräftigte strategische Partnerschaften mit OpenAI und Microsoft. Für 2026 erwartet das Management Subscription-Umsätze zwischen 15,53 und 15,57 Milliarden Dollar, was 19,5 bis 20 Prozent Wachstum entspricht. Die operative Marge soll auf 32 Prozent steigen, die Free-Cash-Flow-Marge auf 36 Prozent.

Die „SaaSpocalypse"-Debatte

Anfang 2026 gerieten Softwareaktien unter Druck. Investoren fragen sich, ob KI die Platzhirsche stärkt oder ihre Geschäftsmodelle aushöhlt. Bewertungen, die auf stabilen Verlängerungszyklen basieren, wirken plötzlich fragil. Die Sorge: KI-native Tools könnten Preise drücken, Workflows umkrempeln und Wachstumsannahmen auf den Kopf stellen.

Zwischen dem 2. Dezember 2025 und dem 2. März 2026 fiel ServiceNow um 34 Prozent – trotz 4,8 Prozent Umsatzwachstum und 21 Prozent Plus bei den Q4-Subscriptions. Margendruck und Tech-Sell-off überwogen die KI-Offensive und das Rückkaufprogramm.

Mark Moerdler von Bernstein Research betont, dass Softwareunternehmen weiterhin starke Cash-Generatoren bleiben, auch wenn die KI-Sorgen real sind. Jefferies argumentiert, dass Titel wie Meta, Spotify, ServiceNow und Snowflake zu Unrecht abgestraft wurden.

Ausblick: KI-Kontrollzentrum im Test

ServiceNows jüngste Schritte festigen die Rolle als KI-Workflow-„Kontrollzentrum" für IT, Telekom, Security und den öffentlichen Sektor. Die plattformzentrierte Automatisierungsstrategie nimmt Konturen an.

Analysten erwarten für 2026 ein Umsatzwachstum von 20 Prozent, für 2027 von 18 Prozent. ServiceNow selbst projiziert für 2028 Erlöse von 20,3 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 3,3 Milliarden Dollar – was jährlich 18,9 Prozent Umsatzwachstum und einen Gewinnanstieg von 1,6 Milliarden Dollar erfordert.

Die zentrale Frage bleibt, ob die erweiterte KI-Plattform – mit Autonomous Workforce, EmployeeWorks und der Armis-Integration – den Wettbewerbsdruck durch gebündelte KI-Angebote abwehren und die Premium-Position in Behörden, Healthcare und Unternehmenskunden verteidigen kann.

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