ServiceNow treibt seine KI-Strategie im öffentlichen Sektor voran – und der Markt hat das diese Woche direkt eingepreist. Auf dem jährlichen Government Forum in Washington stellte der Konzern seine bislang ambitioniertesten „agentischen“ KI-Produkte für Behörden vor. Doch wie schnell werden daraus wirklich belastbare Budgets und Umsatz?

Neue Produkte für Behörden-IT

Im Zentrum standen zwei neue Produktlinien für regulierte Government-Umgebungen:

  • EmployeeWorks: Eine „konversationelle KI-Eingangstür“ für Behördenmitarbeiter. Die Lösung kombiniert die Conversational-AI und die Enterprise-Suche von Moveworks mit dem ServiceNow Employee Center. Wichtig dabei: EmployeeWorks kommt nur zwei Monate nach dem Abschluss der Moveworks-Übernahme und ist bereits allgemein verfügbar.

  • Autonomous Workforce: KI-Spezialisten, die Aufgaben mit dem in Government-Clouds geforderten Rahmen aus Zuständigkeit, Governance und Kontrolle ausführen sollen – ausgelegt für Government Community Cloud (GCC) und National Security Cloud (NSC). Laut Unternehmen läuft das System rund um die Uhr, kann bei Bedarf an menschliche Teams eskalieren und soll IT-Teams in Behörden für wichtigere Mission-Aufgaben entlasten. Die Lösung ist für FedRAMP High sowie IL4 und IL5 vorgesehen.

Beim Zeitplan setzt ServiceNow auf einen gestaffelten Rollout: Der erste KI-Spezialist der Autonomous Workforce (ein Level-1-Service-Desk AI Specialist) befindet sich in kontrollierter Verfügbarkeit und soll im Q2 2026 allgemein verfügbar werden. Zusätzlich bietet ServiceNow ein „Autonomous FastStart“ bis 30. April 2026 an – begrenzt auf die ersten 50 Kunden.

Moveworks-Deal liefert schnelle Integration

Moveworks war ServiceNows größte Übernahme, nachdem das Unternehmen 2025 den Kauf für 2,85 Mrd. US-Dollar (Cash und Aktien) vereinbart hatte. Die Integration soll nun früh Wirkung zeigen: EmployeeWorks bringt die Moveworks-Chat-KI und „Deep Search“ dorthin, wo Mitarbeiter ohnehin arbeiten – etwa in Teams, Slack oder im Browser – und verbindet das mit ServiceNows Portal sowie autonomen Workflows, um Anfragen in koordinierte Aktionen über mehrere Systeme zu übersetzen.

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ServiceNow verweist dabei auf die bisherige Reichweite von Moveworks: Die Technologie sei bei über 5 Millionen Mitarbeitern weltweit im Einsatz.

Rückenwind durch Forrester – und größere M&A-Pläne

Flankiert wurde der Launch durch eine Branchenbewertung: ServiceNow debütierte als Leader in The Forrester Wave™: Industry Cloud Solutions for Public Sector (Q1 2026) und wurde dort als „Customer Favorite“ auf Basis von Kundenfeedback hervorgehoben. Forrester nannte ServiceNow zudem einen Leader für Public-Sector-Lösungen und verwies auf die „aggressive AI strategy“.

Der Government-Vorstoß steht außerdem im Kontext einer breiteren, akquisitionsgetriebenen KI-Expansion. ServiceNow hat eine Vereinbarung zur Übernahme von Armis für 7,75 Mrd. US-Dollar in bar geschlossen. Gemeinsam soll ein durchgängiger Stack für Security Exposure und Operations entstehen. Der Abschluss wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet – vorbehaltlich regulatorischer Freigaben und üblicher Bedingungen. Laut ServiceNow liegt Armis bei 340 Mio. US-Dollar ARR, das Wachstum soll über 50% im Jahresvergleich betragen.

Kursreaktion – und der Blick auf die Zahlen

Die Aktie legte nach den Ankündigungen im Vormittagshandel um 5,2% zu und lag im erweiterten Handel bei rund 120,38 US-Dollar. Trotz des Sprungs bleibt der Titel 2026 bislang angeschlagen: Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 18,1% zu Buche. Beim Kurs um 120,78 US-Dollar notierte die Aktie zudem 42,2% unter dem 52-Wochen-Hoch von 208,94 US-Dollar (Juli 2025).

Operativ meldete ServiceNow zuletzt für Q4 2025:
- Abo-Umsatz: 3,466 Mrd. US-Dollar (+19,5% YoY)
- Free Cashflow: 4,6 Mrd. US-Dollar (+34%)
- Aktienrückkaufprogramm: Autorisierung über 5 Mrd. US-Dollar

Für 2026 erwartet ServiceNow Abo-Umsätze von 15,53 bis 15,57 Mrd. US-Dollar (entspricht +19,5% bis +20% Wachstum), eine operative Marge von 32% sowie eine Free-Cashflow-Marge von 36%. Die cRPO (Current Remaining Performance Obligations) stiegen auf 12,85 Mrd. US-Dollar (+25% YoY) – ein Hinweis auf einen kräftigen Auftragsbestand.

Der nächste feste Termin für neue Zahlen steht ebenfalls: Am 29. April legt ServiceNow die nächsten Ergebnisse vor; bis dahin wird sich zeigen, wie stark die neuen Public-Sector-Angebote und die laufende Plattform-Erweiterung bereits in Buchungen und Ausblick einfließen.

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