ServiceNow hat sich von den März-Tiefs deutlich erholt. Neue KI-Produkteinführungen und strategische Weichenstellungen stützen den Kurs – während sich der Konzern in einem schwierigen Marktumfeld behaupten muss.

Die Aktie bewegte sich am 8. März zwischen 118,00 und 124,66 US-Dollar und schloss bei 124,00 US-Dollar. Das entspricht einem Plus von 5,1 Prozent gegenüber dem Tagestief. Die Erholung folgt auf einen harten Ausverkauf: Zwischen Anfang Dezember 2025 und Anfang März 2026 verlor der Titel 34 Prozent – trotz eines Umsatzanstiegs von 4,8 Prozent und eines Abo-Wachstums von 21 Prozent im vierten Quartal. Investoren sorgten sich um schrumpfende Margen und eine allgemeine Tech-Korrektur.

Das Handelsvolumen lag mit 25,97 Millionen Aktien deutlich über dem Tagesdurchschnitt von 20,62 Millionen. Die 52-Wochen-Spanne reicht von 98,00 bis 211,48 US-Dollar.

KI-Offensive im öffentlichen Sektor

Am 5. März legte die Aktie im Handel um 5,2 Prozent zu, nachdem ServiceNow auf seinem Government Forum zwei neue KI-Lösungen vorgestellt hatte: „EmployeeWorks" nutzt konversationelle KI zur Unterstützung von Behördenmitarbeitern, „Autonomous Workforce" besteht aus KI-Spezialisten für sichere Cloud-Umgebungen.

Die Ankündigungen erfolgten kurz nach der Übernahme von Moveworks. Zudem stufte Forrester ServiceNow als Leader für Public-Sector-Lösungen ein und verwies auf die „aggressive KI-Strategie". Parallel bildete das Unternehmen eine Partnerschaft mit Autonomize AI für KI-gestützte Healthcare-Anwendungen und erhob den globalen IT-Anbieter FPT zum Premier Partner.

Ende Februar und Anfang März erweiterte ServiceNow seine KI-Plattform zusätzlich um Telekommunikations- und Sicherheitsintegrationen. Die FedRAMP-Zertifizierung für Moveworks verstärkt die Positionierung als zentrale „Steuerzentrale" für KI-gesteuerte Workflows in IT, Telekommunikation, Sicherheit und öffentlichem Sektor.

Starke Zahlen, verhaltene Reaktion

Die Quartalszahlen für Q4 2025 übertrafen die Erwartungen: Der Gewinn je Aktie erreichte 0,92 US-Dollar, der Umsatz 3,57 Milliarden US-Dollar. Dennoch fiel die Aktie im nachbörslichen Handel um 11,43 Prozent. Die Abo-Erlöse stiegen auf 3,466 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 19,5 Prozent im Jahresvergleich. Der freie Cashflow kletterte um 34 Prozent auf 4,6 Milliarden US-Dollar.

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Die aktuellen verbleibenden Leistungsverpflichtungen (cRPO) erreichten 12,85 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 25 Prozent. Das deutet auf eine solide Pipeline hin, trotz der Marktturbulenzen.

Für 2026 stellt ServiceNow Abo-Erlöse von 15,53 bis 15,57 Milliarden US-Dollar in Aussicht – ein Wachstum von 19,5 bis 20 Prozent. Die operative Marge soll auf 32 Prozent steigen, die Free-Cashflow-Marge auf 36 Prozent. Das Unternehmen kündigte zudem ein Aktienrückkaufprogramm über fünf Milliarden US-Dollar an.

Armis-Übernahme für 7,75 Milliarden Dollar

Mit dem geplanten Kauf von Armis für 7,75 Milliarden US-Dollar in bar tätigt ServiceNow die größte Akquisition seiner Geschichte. Der Abschluss wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet, vorbehaltlich der Zustimmung von Aktionären und Behörden. Es ist die vierte Cybersecurity-Übernahme innerhalb eines Jahres.

Armis erweitert das Sicherheitsportfolio und ermöglicht proaktive Schwachstellen-Reaktion über alle vernetzten Geräte hinweg. ServiceNow und Armis wollen eine durchgängige Plattform für Sicherheits- und Risikooperationen schaffen. Das Security-and-Risk-Geschäft von ServiceNow überschritt bereits im dritten Quartal 2025 die Schwelle von einer Milliarde US-Dollar an jährlichem Vertragsvolumen. Die Übernahme soll das adressierbare Marktpotenzial mehr als verdreifachen.

Die Finanzierung erfolgt über Barmittel und Fremdkapital.

Software-Sektor unter Druck

Der Kursrückgang fiel in eine Phase, in der der gesamte Software-Sektor unter Disruptionsängsten litt. Für Entspannung sorgte Nvidia-Chef Jensen Huang, der Befürchtungen zurückwies, KI werde traditionelle Enterprise-Software verdrängen. Titel wie Zscaler und CrowdStrike erholten sich daraufhin spürbar. Huangs Aussagen signalisierten, dass KI und etablierte Software-Plattformen eher symbiotisch als konkurrierend wirken.

Operativ läuft es bei ServiceNow gut, wie das beschleunigte cRPO-Wachstum zeigt. Dennoch belasten externe Risiken: Zwei laufende DOJ-Untersuchungen und Microsofts Bündelungsstrategie schaffen Unsicherheit.

Ausblick auf 2028

ServiceNow strebt für 2028 Erlöse von 20,3 Milliarden US-Dollar und Gewinne von 3,3 Milliarden US-Dollar an. Das erfordert ein jährliches Umsatzwachstum von 18,9 Prozent und eine Gewinnsteigerung um rund 1,6 Milliarden US-Dollar gegenüber dem aktuellen Niveau.

Die weltweiten Ausgaben für Informationssicherheit sollen 2026 um 12,5 Prozent auf 240 Milliarden US-Dollar steigen. KI gilt als zentraler Wachstumstreiber – schafft aber gleichzeitig neue Angriffsflächen. Ob ServiceNows „Control Tower"-Ansatz mit Autonomous Workforce, der Moveworks-Integration und dem anstehenden Armis-Deal dauerhaftes Wachstum generiert, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen.

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