ServiceNow-Chef Bill McDermott sorgte vergangene Woche mit einer provokanten Prognose für Aufsehen: KI-Agenten könnten die Arbeitslosigkeit unter Hochschulabsolventen in den nächsten Jahren auf über 30 Prozent treiben. Eine Warnung, die zugleich als Werbebotschaft für das eigene Geschäftsmodell zu verstehen ist — und die zeigt, wie stark ServiceNow auf KI-Automatisierung setzt.

Was hinter der Prognose steckt

Im CNBC-Interview erklärte McDermott, dass „ein Großteil der Arbeit künftig von Agenten erledigt wird" und es für junge Menschen schwieriger werde, sich im Unternehmensumfeld zu differenzieren. Zum Vergleich: Die Arbeitslosenquote unter Berufseinsteigern lag Ende 2025 laut der Federal Reserve Bank of New York bei rund 5,7 Prozent, die Unterbeschäftigungsquote bei 42,5 Prozent.

ServiceNow hat nach eigenen Angaben bereits 90 Prozent der Anwendungsfälle im Kundenservice automatisiert, die zuvor von Menschen abgedeckt wurden. McDermott argumentiert, dass Unternehmen dadurch Personalkosten senken und gleichzeitig Umsatz und freien Cashflow steigern können — ohne die Belegschaft zu vergrößern.

Starke Zahlen, schwacher Kurs

Die operative Realität steht in auffälligem Kontrast zur Kursentwicklung. Im vierten Quartal 2025 übertraf ServiceNow die Erwartungen deutlich: Die Abonnementumsätze stiegen um 19,5 Prozent auf 3,47 Milliarden Dollar, der freie Cashflow kletterte um 34 Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr 2026 peilt das Management Abonnementumsätze zwischen 15,53 und 15,57 Milliarden Dollar an — ein Wachstum von knapp 20 Prozent.

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Die Aktie notiert dennoch deutlich unter ihrem Jahreshoch von 211,48 Dollar. Aktuell bewegt sie sich um die 113 Dollar. Der gesamte Enterprise-Software-Sektor verlor seit Jahresbeginn mehr als 22 Prozent — getrieben von der Sorge, dass KI-Wettbewerber etablierte Softwareanbieter unter Druck setzen könnten. Jefferies stuft diese Bewertung als übertrieben ein und sieht ServiceNow neben Meta, Spotify und Snowflake als zu Unrecht abgestraften Titel.

McDermotts persönliches Signal

Bemerkenswert ist McDermotts eigenes Verhalten: Im Februar vereinbarte er den Kauf von ServiceNow-Aktien im Wert von drei Millionen Dollar zu Marktpreisen. Zusätzlich stornierten er und vier weitere Führungskräfte ihre bestehenden Verkaufspläne nach Regel 10b5-1 — und damit alle geplanten Aktienverkäufe.

Auf der Produktseite gewinnt ServiceNow an Fahrt. Die Now Assist KI-Suite erreichte Ende 2025 einen jährlichen Vertragswert von 600 Millionen Dollar; das Management erwartet, die Milliarden-Marke noch vor Jahresende zu überschreiten. Hinzu kommen Kooperationen mit Anthropic, OpenAI und Microsoft sowie die Integration der Moveworks-Akquisition in die neue EmployeeWorks-Plattform. Der erste KI-Spezialist für den IT-Service-Desk soll im zweiten Quartal 2026 allgemein verfügbar werden — mit frühen Ergebnissen, die zeigen, dass das System über 90 Prozent der IT-Anfragen eigenständig löst.

Das Wachstum im vierten Quartal lag beim Abonnementumsatz bei 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr, und die Guidance für das erste Quartal 2026 deutet auf noch schnelleres Wachstum hin. Ob der Markt diese Fundamentaldaten in den kommenden Wochen neu bewertet, entscheidet darüber, ob die aktuelle Kursschwäche eine Kaufgelegenheit war oder der Beginn einer längeren Neubewertung des gesamten Sektors.

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