ServiceNow-CEO Bill McDermott schlug gestern auf CNBC ungewöhnlich deutliche Töne an: KI-Agenten könnten die Arbeitslosenquote unter Hochschulabsolventen in den nächsten Jahren auf über 30 Prozent treiben. Pikant daran — McDermott beschreibt damit die Wirkung seiner eigenen Plattform.

Wenn das eigene Produkt die Schlagzeilen macht

McDermott erklärte, ServiceNow habe bereits 90 Prozent der Anwendungsfälle im Kundenservice automatisiert, die früher von Menschen erledigt wurden. Gleichzeitig betonte er, Unternehmen könnten ihre Belegschaft halten und trotzdem Umsatz und freien Cashflow steigern — weil die Produktivität je Mitarbeiter steigt. Die Botschaft ist also zweischneidig: Disruption für den Arbeitsmarkt, Effizienzgewinn für die Unternehmenskunden.

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Zum Vergleich: Die Federal Reserve Bank of New York bezifferte die Arbeitslosenquote unter Berufseinsteigern zuletzt auf 5,7 Prozent, bei einer Unterbeschäftigungsquote von 42,5 Prozent — der Markt für Hochschulabsolventen ist also bereits angespannt.

Solide Zahlen, aber Anleger bleiben skeptisch

Das Paradoxe an der aktuellen Lage: ServiceNow lieferte im vierten Quartal 2025 starke Ergebnisse. Der Umsatz lag bei 3,57 Milliarden Dollar, der Gewinn je Aktie bei 0,92 Dollar — beides über den Erwartungen. Die Subscription-Umsätze wuchsen um 19,5 Prozent auf 3,47 Milliarden Dollar, der freie Cashflow stieg um 34 Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar. Für 2026 prognostiziert das Unternehmen Subscription-Umsätze zwischen 15,53 und 15,57 Milliarden Dollar, bei einer operativen Marge von 32 Prozent.

Trotzdem steht die Aktie seit Jahresbeginn 18 Prozent im Minus und notiert rund 42 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 208,94 Dollar aus dem Juli 2025. Die Sorge der Anleger: Könnte KI-Konkurrenz das Wachstum mittelfristig bremsen — ausgerechnet bei einem Unternehmen, das selbst KI als Kernprodukt vermarktet?

Investmentbank Jefferies hält diese Bewertung für übertrieben und sieht ServiceNow als zu Unrecht abgestrafter Titel. Die institutionelle Beteiligungsquote liegt bei rund 88 Prozent — ein Zeichen, dass Großinvestoren die These bislang nicht aufgegeben haben.

Milliardendeal soll Cybersecurity-Geschäft ausbauen

Parallel zur laufenden KI-Debatte treibt ServiceNow seine Expansion voran. Die geplante Übernahme des Cybersecurity-Spezialisten Armis für 7,75 Milliarden Dollar in bar ist die bislang größte Akquisition des Unternehmens — und bereits die vierte im Sicherheitsbereich innerhalb eines Jahres. Der Deal soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden, vorbehaltlich Aktionärs- und Behördengenehmigungen.

Laut Unternehmensangaben soll die Übernahme den adressierbaren Markt für Sicherheits- und Risikoprodukte mehr als verdreifachen. Weltweit werden die Ausgaben für Informationssicherheit 2026 auf 240 Milliarden Dollar geschätzt — ein Plus von 12,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das KI-Produkt Now Assist erreichte zuletzt einen jährlichen Vertragswert von 600 Millionen Dollar, den ServiceNow 2026 verdoppeln will. Ob die Bewertung der Aktie dieses Wachstumspotenzial bereits einpreist oder weiter ignoriert, wird sich spätestens mit den nächsten Quartalszahlen zeigen — erwartet für das erste Quartal 2026.

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