ServiceNow setzt ein Zeichen. Während das Unternehmen seine Autonomous Workforce-Plattform und die integrierte EmployeeWorks-Lösung vorstellt, kauft CEO William McDermott parallel für 3 Millionen Dollar eigene Aktien am offenen Markt. Ein Signal, das aufhorchen lässt – besonders vor dem Hintergrund des Kursrückgangs von über 27 Prozent seit Jahresbeginn.

Autonomous Workforce: KI führt aus statt nur zu beraten

ServiceNow hat am 26. Februar die Autonomous Workforce-Plattform vorgestellt. Diese KI-Spezialisten führen Jobs mit dem erforderlichen Umfang, den Befugnissen und der Governance aus, die Unternehmensarbeit verlangt. Mitarbeiter können sich dadurch auf strategische Problemlösungen und personalisierten Service konzentrieren.

Anders als KI-Agenten, die einzelne Aufgaben erledigen, orchestriert die Autonomous Workforce Teams von KI-Spezialisten mit definierten Rollen – etwa ein Level-1-Service-Desk-KI-Spezialist, ein Employee Service Agent oder ein Security Operations Analyst. Sie arbeiten Aufträge von Anfang bis Ende ab.

Die KI-Spezialisten arbeiten mit Menschen zusammen, folgen etablierten Prozessen und Richtlinien, lernen aus Ergebnissen und Mitarbeiter-Feedback und verbessern sich kontinuierlich. Der erste KI-Spezialist befindet sich in kontrollierter Verfügbarkeit und soll im zweiten Quartal 2026 allgemein verfügbar sein.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Governance. KI-Modelle ohne Workflows sind probabilistisch – sie erkennen Muster und liefern unterschiedliche Antworten auf dieselben Fragen. Unternehmen benötigen jedoch deterministische Ergebnisse mit Governance, Sicherheit und Nachvollziehbarkeit. ServiceNow kombiniert probabilistische Intelligenz mit deterministischer Workflow-Orchestrierung. Die KI Control Tower sorgt für integrierte Governance.

EmployeeWorks: Moveworks vollständig integriert

Nur zwei Monate nach Abschluss der Moveworks-Übernahme führt ServiceNow EmployeeWorks ein. Die Lösung kombiniert die konversationelle KI und Unternehmenssuche von Moveworks mit dem einheitlichen Portal und autonomen Workflows von ServiceNow. Natürliche Sprachanfragen werden in kontrollierte End-to-End-Ausführung für nahezu 200 Millionen Mitarbeiter umgesetzt.

Dies ist das erste sichtbare Ergebnis der 2,85 Milliarden Dollar teuren Moveworks-Akquisition. EmployeeWorks ist in Kollaborationsumgebungen wie Teams und Slack sowie über Browser-Schnittstellen verfügbar. Die Lösung leitet Anfragen basierend auf organisatorischem Kontext – einschließlich Genehmigungen und Autorisierungen – weiter, bevor Aufgaben über mehrere Systeme hinweg ausgeführt werden.

ServiceNow selbst liefert die Validierung. Als Moveworks Mitte Dezember zu ServiceNow kam, verdoppelte sich das Ticketvolumen des IT-Helpdesks über Nacht. Die SLAs blieben dennoch stabil, weil KI-Mitarbeiter 90 Prozent der Level-1-IT-Tickets bewältigten. Bei Siemens Healthineers spart der auf Moveworks basierende KI-Assistent 'Ada' mit 74.000 Mitarbeitern monatlich 5.000 Stunden bei einer Zufriedenheitsrate von 91 Prozent.

Führungsspitze beendet Verkaufspläne

Zeitgleich zur Produktvorstellung kommt ein ungewöhnliches Signal aus der Führungsetage. ServiceNow teilte mit, dass Chairman und CEO William McDermott, Präsidentin und CFO Gina Mastantuono, Vice Chairman Nicholas Tzitzon, Chief People and AI Enablement Officer Jacqueline Canney sowie Special Counsel Russell Elmer ihre jeweiligen Rule-10b5-1-Handelspläne beendet haben. Alle künftigen geplanten Aktienverkäufe wurden storniert.

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Zusätzlich schloss McDermott am 13. Februar eine Aktienkaufvereinbarung mit einem Broker für den Kauf von ServiceNow-Aktien im Wert von 3 Millionen Dollar am 27. Februar zu den vorherrschenden Marktpreisen ab.

Die vorzeitige Beendigung solcher Pläne ist selten – ein rechtlich komplexes Manöver, das oft Abkühlungsperioden auslöst und Führungskräfte monatelang daran hindert, neue Verkaufspläne aufzusetzen. Die ServiceNow-Führungsspitze hat damit effektiv den automatisierten Verkaufsdruck vom Markt genommen.

Starke Geschäftszahlen trotz Kursrückgang

Die Produkt- und Insider-Nachrichten kommen zu einem Zeitpunkt erheblichen Kursdrucks. Die Aktie hat seit Jahresbeginn 2026 mehr als 27 Prozent verloren.

Das operative Geschäft läuft jedoch weiter. ServiceNow meldete für das vierte Quartal 2025 einen bereinigten Gewinn von 0,92 Dollar je Aktie, 5,75 Prozent über den Schätzungen, bei einem Umsatz von 3,57 Milliarden Dollar – ein Plus von 20,7 Prozent im Jahresvergleich. KI-gestützte Produkte wie Now Assist und RaptorDB Pro trieben ein Wachstum von über 33 Prozent bei Workflows und einen jährlichen Vertragswert von über 600 Millionen Dollar. 244 Deals mit einem Volumen von mehr als 1 Million Dollar wurden abgeschlossen.

Das Unternehmen generierte einen freien Cashflow von 2,03 Milliarden Dollar bei einer Marge von 57 Prozent, genehmigte Aktienrückkäufe im Umfang von 5 Milliarden Dollar und hob die Umsatzprognose für 2026 auf 15,53 bis 15,57 Milliarden Dollar an.

Now Assist, ServiceNows KI-Suite, erreichte Ende 2025 einen jährlichen Vertragswert von 600 Millionen Dollar. Dieser Wert soll bis Ende 2026 die Marke von 1 Milliarde Dollar überschreiten. Die Akzeptanz agentenbasierter Anwendungsfälle wuchs im dritten und vierten Geschäftsquartal 2025 um das 55-fache.

Ausblick auf das erste Quartal

Für das erste Quartal 2026 werden Abonnement-Umsätze zwischen 3,65 und 3,67 Milliarden Dollar prognostiziert, was einem Wachstum von 21,5 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Zusätzlich plant ServiceNow den Erwerb von Armis für 7,75 Milliarden Dollar in bar – einem führenden Anbieter im Bereich Cyber-Exposure-Management. Der Abschluss wird für das zweite Halbjahr 2026 erwartet.

Die Kombination aus bedeutender Produkteinführung, hochkarätigem Insider-Kauf und aggressiver Akquisitionsstrategie positioniert ServiceNow an einem Wendepunkt. Die Umsetzung der agentenbasierten KI-Plattform wird zum entscheidenden Maßstab für das nächste Kapitel des Unternehmens.

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