Ein neues KI-Produkt von Anthropic hat am Dienstag eine Verkaufswelle durch den gesamten Enterprise-Software-Sektor gefegt. ServiceNow verlor dabei rund 6 % — nicht wegen eigener schlechter Nachrichten, sondern weil Investoren die Frage neu stellen: Braucht es klassische Workflow-Software noch, wenn KI-Agenten dieselben Aufgaben eigenständig erledigen können?

Was Anthropic ausgelöst hat

Der Auslöser war die Ankündigung von Claude Code und Claude Cowork — einem Agenten-Paket, das Computer ferngesteuert bedienen kann: Apps öffnen, Browser nutzen, Tabellen befüllen. Alles aus der Ferne, angestoßen per Smartphone.

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Das reichte, um Investoren in Schockstarre zu versetzen. Der iShares Expanded Tech-Software ETF verlor 4 %, und branchenweit wurden laut Marktbeobachtern über 611 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung vernichtet. ServiceNow und Salesforce fielen zeitgleich um rund 5 % — zwei der prominentesten Namen im Enterprise-Software-Segment unter demselben Druck.

Der Kursrückgang spiegelt weniger konkrete Geschäftsprobleme wider als eine Neubewertung der Bewertungsprämien im SaaS-Bereich. ServiceNow notiert trotz des Rückgangs noch bei einem GAAP-Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 62. Vom 52-Wochen-Hoch bei 211,48 Dollar hat die Aktie inzwischen rund 48 % verloren.

Fundamentals vs. Marktangst

Bemerkenswert ist der Widerspruch zwischen Stimmung und Substanz. ServiceNow hat für das Gesamtjahr 2026 eine Abonnementumsatz-Prognose von 15,53 bis 15,57 Milliarden Dollar ausgegeben, bei einer operativen Marge von rund 32 % und einem Free-Cash-Flow-Margin-Ziel von etwa 36 %. CEO Bill McDermott kaufte Ende Februar eigene Aktien am offenen Markt — zu Kursen zwischen 104 und 106 Dollar.

Gleichzeitig baut das Unternehmen seine KI-Governance-Plattform aktiv aus. Das AI Gateway erhielt im März 2026 sein zweites größeres Update: Entscheidungen des AI Steward in der AI Control Tower sind nun nicht mehr nur informativ, sondern werden aktiv durchgesetzt. Das Produkt sitzt zwischen KI-Agenten — etwa aus Microsoft Copilot Studio, AWS Bedrock oder Google Vertex AI — und externen Datenquellen und gibt Administratoren zentrale Kontrolle über Verbindungen und Datenflüsse.

Flankiert wird das durch eine aktive Übernahmestrategie: Nach dem 7,75-Milliarden-Dollar-Kauf von Armis Security und der Übernahme von Pyramid Analytics folgte zuletzt Traceloop, dessen Technologie in die AI Control Tower integriert werden soll.

Was Analysten erwarten

33 Wall-Street-Analysten sehen im Schnitt ein 12-Monats-Kursziel von 188,90 Dollar, der MarketBeat-Konsens liegt bei 192,61 Dollar — beides impliziert erhebliches Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Kurs. Konkrete Hinweise auf eine tatsächliche Disruption des Geschäfts lieferten die bisherigen Ergebnisse nicht.

Am 29. April 2026 legt ServiceNow nach Börsenschluss seine nächsten Quartalszahlen vor. Der Markt wird dann genau hinschauen, ob die Angst vor KI-Wettbewerb sich in den Kundenzahlen und der Umsatzentwicklung niederschlägt — oder ob der Kursrückgang eine Überreaktion auf eine Bedrohung war, die bislang vor allem in der Theorie existiert.

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