Verdoppeltes Betriebsergebnis, Milliarden für Aktienrückkäufe, zweistelliges Cloud-Wachstum – und trotzdem notiert die SAP-Aktie nahe ihrem 52-Wochen-Tief. Der Walldorfer Softwarekonzern liefert operativ, doch der Markt bleibt misstrauisch. Was steckt hinter dieser Diskrepanz?

Zahlen glänzen, Kurs schwächelt

Das IFRS-Betriebsergebnis schoss um 111 Prozent auf 9,83 Milliarden Euro, der Free Cashflow erreichte 8,24 Milliarden Euro. Dennoch verlor die Aktie in zwölf Monaten mehr als ein Drittel ihres Werts. Der Auslöser für die Skepsis: Der Current Cloud Backlog – ein Frühindikator für künftige Umsätze – wuchs zwar um 25 Prozent, blieb aber minimal unter den Analystenschätzungen. In einem Umfeld, das Perfektion einpreist, genügte diese Abweichung, um Zweifel zu säen.

SAP kontert mit einem neuen Aktienrückkaufprogramm über bis zu 10 Milliarden Euro, das im Februar 2026 startete und bis Ende 2027 laufen soll. Hinzu kommt eine vorgeschlagene Dividende von 2,50 Euro je Aktie. Die finanzielle Basis dafür ist solide: Für 2026 stellt der Konzern rund 10 Milliarden Euro Free Cashflow in Aussicht.

Cloud-Geschäft als Wachstumsmotor

Für das laufende Jahr prognostiziert SAP einen Cloud-Umsatz zwischen 25,8 und 26,2 Milliarden Euro – ein Plus von 23 bis 25 Prozent. Das Non-IFRS-Betriebsergebnis soll auf 11,9 bis 12,3 Milliarden Euro steigen. Treiber ist die KI-Lösung SAP Business AI, die im vierten Quartal bereits in zwei Dritteln des Cloud-Auftragseingangs enthalten war.

Die öffentliche Cloud entwickelt sich dynamisch: Ihr Auftragseingang wuchs 2025 mehr als fünfmal schneller als der Private-Cloud-Bereich und macht inzwischen fast die Hälfte des Gesamtvolumens aus. Zudem beschleunigt sich die Migration zu S/4HANA. Unternehmen modernisieren ihre ERP-Systeme und steigen auf mehrjährige Abonnementverträge um – ein stabiler Umsatzstrom für SAP.

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Strategische Schritte im Gesundheitsmarkt

SAP setzt auch auf neue Märkte. Der Konzern beteiligt sich am Münchner HealthTech-Unternehmen Avelios Medical. Hintergrund: SAP zieht sich bis 2030 aus dem klassischen Krankenhaus-Informationssystem-Geschäft zurück. Hunderte Kliniken müssen ihre IT neu aufbauen – und Avelios' Software läuft auf der SAP Business Technology Platform. Eine geschickte Positionierung für die Nachfolge-Architektur.

Parallel vertiefte SAP die Partnerschaft mit dem FC Bayern München. Der Klub migrierte seine gesamte IT-Infrastruktur auf RISE with SAP. Die Lösung soll Lastspitzen am Spieltag bewältigen, über 9,5 Millionen Fan-Datensätze zentralisieren und eine 99,9-Prozent-Verfügbarkeit garantieren.

Regulatorisches Risiko bleibt

Ein Unsicherheitsfaktor belastet weiterhin: Die Europäische Kommission prüfte seit September 2025 formell wettbewerbsrechtliche Vorwürfe gegen SAP. Das Verfahren läuft noch, konkrete Auswirkungen sind unklar.

Am 3. März tritt SAP bei der Morgan Stanley Technology Conference auf. Der nächste Quartalsbericht folgt am 23. April 2026. Dort wird sich zeigen, ob die Cloud-Ziele für 2026 erreicht werden und ob die KI-Initiativen messbare Erfolge liefern. Die operative Stärke ist vorhanden – nun muss SAP die Wachstumsstory auch beim Markt durchsetzen.

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