SAP Aktie: Reputationsschaden droht?
SAP lieferte zum Jahresende 2025 Rekordwerte beim Gewinn und kündigte einen 10-Milliarden-Euro-Aktienrückkauf an. Die Reaktion der Börse? Der größte Tagesverlust seit Oktober 2020. Was auf den ersten Blick paradox erscheint, offenbart bei näherer Betrachtung die Nervosität der Investoren um das künftige Cloud-Wachstum des Walldorfer Konzerns.
Die wichtigsten Fakten:
- Cloud-Erlöse stiegen 2025 um 26 Prozent auf 21,02 Milliarden Euro
- Betriebsergebnis kletterte um 31 Prozent auf 10,66 Milliarden Euro
- Current Cloud Backlog verfehlte die Zielvorgabe um einen Prozentpunkt
- Aktie verlor am 29. Januar knapp 16 Prozent an Wert
- Vorstandsmitglieder kauften nach dem Kursrutsch für über 1,3 Millionen Euro zu
Eine Kennzahl sorgt für Unruhe
Die Gesamtbilanz für 2025 hätte eigentlich für Euphorie sorgen können. Der Cloud-Bereich wuchs kräftig, der Gesamtumsatz stieg währungsbereinigt um 11 Prozent auf 36,80 Milliarden Euro. Der Free Cashflow erreichte 8,24 Milliarden Euro. Doch eine Zahl trübte das Bild erheblich: Der Current Cloud Backlog – ein wichtiger Frühindikator für künftige Cloud-Umsätze – legte nur um 25 Prozent zu. Die eigene Zielvorgabe lag bei 26 Prozent.
Was nach einer marginalen Verfehlung klingt, interpretierte der Markt als Warnsignal. Der Current Cloud Backlog zeigt, welche Cloud-Erlöse kurzfristig zu erwarten sind. Ein schwächeres Wachstum deutet auf eine Verlangsamung hin.
Finanzvorstand liefert Erklärung
Finanzvorstand Dominik Asam versuchte in der Analystenkonferenz am 29. Januar, die Bedenken zu zerstreuen. Kunden würden verstärkt auf größere Projekte mit längeren Anlaufzeiten setzen. Zudem führten geopolitische Spannungen zu erhöhter Nachfrage nach Sovereign-Cloud-Lösungen – Verträge, die aufgrund von Kündigungsklauseln häufig nicht im Backlog auftauchen.
Die Argumente überzeugten nicht. Die Aktie sackte um knapp 16 Prozent ab. SAP verlor damit vorübergehend den Status als wertvollstes deutsches Unternehmen an Siemens.
Ausblick enttäuscht Erwartungen
Für 2026 prognostiziert SAP Cloud-Erlöse zwischen 25,8 und 26,2 Milliarden Euro – währungsbereinigt ein Plus von 23 bis 25 Prozent. Das klingt solide, liegt aber unter dem, was viele Analysten erhofft hatten. Das Unternehmen selbst verspricht eine Beschleunigung bis 2027, doch die Märkte fordern Beweise statt Versprechen.
Der angekündigte Aktienrückkauf über 10 Milliarden Euro konnte die Stimmung ebenfalls nicht drehen. Offenbar werteten Investoren das Programm nicht als Vertrauensbeweis, sondern als Eingeständnis, dass spektakuläre Wachstumssprünge ausbleiben.
Insider greifen zu
Nach dem Kursrutsch nutzten Führungskräfte die niedrigeren Kurse. Finanzvorstand Asam kaufte am 30. Januar Aktien im Wert von über einer Million Euro. Vorstandsmitglied Sebastian Steinhäuser erwarb bereits einen Tag zuvor Papiere für knapp 350.000 Euro. Solche Insider-Käufe gelten oft als Signal des Vertrauens in die weitere Entwicklung.
Die nächsten Quartalszahlen am 23. April 2026 werden zeigen, ob SAP das Vertrauen zurückgewinnen kann. Bis dahin bleibt die Aktie anfällig für weitere Schwankungen – die Volatilität liegt bei fast 58 Prozent auf 30-Tages-Basis.
SAP-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SAP-Analyse vom 05. Februar liefert die Antwort:
Die neusten SAP-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SAP-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 05. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
SAP: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








