Die SAP-Aktie gehört zu den größten Verlierern im DAX. Am Mittwoch verliert das Papier im XETRA-Handel zeitweise 3,15 Prozent auf 161,74 Euro. Damit summieren sich die Verluste seit Jahresbeginn auf über 20 Prozent – kein anderer DAX-Titel steht 2026 schlechter da. Der Grund: Anleger fürchten, dass künstliche Intelligenz das profitable Geschäftsmodell der Softwarebranche nachhaltig bedroht.

KI-Sorgen belasten die gesamte Branche

Auslöser der jüngsten Verkaufswelle ist eine neue KI-Anwendung von Anthropic. Das Unternehmen stellte am Dienstag ein spezialisiertes Legal-Plug-in für seinen KI-Dienst Claude vor, mit dem juristische Aufgaben automatisiert werden können. An der Wall Street brachen daraufhin Software-Aktien im Bereich Datenanalyse um 4 bis 9 Prozent ein. Die Angst: KI-Agenten könnten das lukrative "Software as a Service"-Modell (SaaS) ersetzen, bei dem Unternehmen regelmäßige Gebühren zahlen.

In Europa trifft es vor allem SAP. Aber auch Scout24 verliert 5,96 Prozent auf 74,90 Euro – ein Tief seit September 2024. Die London Stock Exchange gibt 2,07 Prozent ab, RELX 1,85 Prozent. Selbst IT-Beratungsunternehmen wie Nagarro, adesso und CANCOM büßen zwischen 2,6 und 3,7 Prozent ein.

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JPMorgan: "Bestes Haus in schlechter Gegend"

JPMorgan-Analyst Toby Ogg fasst die Stimmung drastisch zusammen: Die Branche sei "vorverurteilt, bevor der eigentliche Prozess beginnt". Nach Gesprächen mit über 50 Investoren habe sich eine immer schlechtere Stimmungslage herauskristallisiert. Selbst positive Quartalszahlen reichten nicht mehr aus, um den Markt zu überzeugen. Die Kernfrage laute: Gibt KI nachhaltig Schub oder sorgt sie langfristig für Gegenwind?

SAP bezeichnet Ogg als "bestes Haus in einer schlechten Gegend" und bestätigt sein "Overweight"-Rating. Doch auch bei den Walldorfern seien Anleger stark positioniert – nach den massiven Mittelabflüssen aus der Branche ein zweischneidiges Schwert. Das Problem: Die Hauptsorgen ließen sich erst langfristig zerstreuen. Verteidigung sei "an vielen Fronten" notwendig – Kannibalisierung von Marktanteilen, neuer Wettbewerb und Gefahren beim Übergang zu neuen Umsatzmodellen.

Umschichtung in klassische Industrien

Die Commerzbank verweist auf die Sorge über die Einführung neuer KI-Tools und deren potenzielle Störung traditioneller Geschäftsmodelle. Investoren legen ihr Geld momentan lieber in Industrie und Sachwerten an. Software dürfte noch eine Weile gemieden werden. Am Mittwoch gewinnen Chemie- und Telekom-Werte bis zu 3,5 Prozent, Minen-, Öl- und Gaswerte bis zu 1,7 Prozent. Auch Autowerte legen europaweit um 1,6 Prozent zu – Volkswagen steigt um 1,6 Prozent, Mercedes um 2,3 Prozent.

SAP profitiert nicht von der zeitgleich eröffneten KI-Fabrik in München, die die Deutsche Telekom gemeinsam mit NVIDIA startet. Während die Telekom-Aktie 3,88 Prozent zulegt, bleibt SAP unter Druck – trotz seiner Rolle als strategischer Partner des milliardenschweren Projekts.

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