SAP zieht den nächsten Hebel, um Vertrauen zu stabilisieren: Seit gestern läuft die erste Tranche des milliardenschweren Aktienrückkaufprogramms. Das Timing ist kein Zufall – die Aktie steckt seit dem Prognose-Dämpfer von Ende Januar in einer schwierigen Phase. Kann der Rückkauf den Kurs zumindest kurzfristig stützen?

Rückkaufprogramm: Zeitplan und Volumen

Der Konzern hat am 5. Februar 2026 den Start der ersten Tranche des am 29. Januar angekündigten Rückkaufprogramms gemeldet. Insgesamt will SAP bis Ende 2027 Aktien im Wert von bis zu 10 Milliarden Euro zurückkaufen.

In Tranche 1 sollen über Xetra Papiere im Umfang von bis zu 2,6 Milliarden Euro erworben werden. Der Zeitraum läuft vom 5. Februar 2026 bis spätestens 27. Juli 2026. Rund um die Hauptversammlung gibt es eine geplante Pause: vom 27. April bis 8. Mai 2026 findet kein Rückkauf statt.

Wichtige Fakten auf einen Blick
- Tranche 1: bis zu 2,6 Mrd. € (Xetra), 05.02. bis spätestens 27.07.2026
- Gesamtprogramm: bis zu 10 Mrd. €, Laufzeit bis Ende 2027
- Rückkauf-Pause: 27.04. bis 08.05.2026 (HV-Zeitraum)

Warum der Markt so empfindlich reagierte

Der Rückkauf folgt auf eine Phase hoher Nervosität: Ende Januar war die Aktie nach den Zahlen und dem Ausblick deutlich unter Druck geraten. Der Knackpunkt lag weniger in den 2025er-Werten als in der Erwartungslücke für 2026.

Für 2025 meldete SAP unter anderem Clouderlöse von 21,02 Mrd. Euro (währungsbereinigt +26%) sowie einen Total Cloud Backlog von 77,3 Mrd. Euro (währungsbereinigt +30%). Gleichzeitig dämpfte der Ausblick die Hoffnungen: Für 2026 stellt SAP nur noch währungsbereinigtes Cloud-Wachstum von 23 bis 25% in Aussicht und erwartet beim Current Cloud Backlog eine leichte Abschwächung des Wachstums.

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CFO Dominik Asam führte laut Reuters dafür zwei Punkte an: größere Kundenprojekte mit längeren Anlaufzeiten sowie eine steigende Nachfrage nach souveränen Cloud-Lösungen – gerade Regierungs- und Verteidigungsaufträge hätten längere Verkaufszyklen. Das erklärt, warum gute Nachfrage nicht automatisch in schnellere Umsatzdynamik umschlägt.

Insiderkäufe, Sektortrend und Kursbild

Auffällig: Nach dem Einbruch kauften zwei Vorstände eigene Aktien. Sebastian Steinhäuser erwarb am 29. Januar Papiere für rund 349.000 Euro, CFO Dominik Asam folgte am 30. Januar mit Käufen von über 1 Mio. Euro. Die gemeldeten Directors’ Dealings setzen zumindest ein Signal, dass das Management die Bewertung nach dem Rücksetzer attraktiver findet.

Gleichzeitig kam der Druck nicht nur aus dem Unternehmen selbst. Laut Reuters standen Ende Januar auch andere europäische Softwarewerte unter Abgabedruck, während Investoren stärker Richtung Halbleiter umschichteten.

Im Kurs spiegelt sich das wider: Mit 168,20 Euro liegt die Aktie heute zwar knapp über dem 52-Wochen-Tief von 164,62 Euro, aber der Abstand zum 52-Wochen-Hoch (280,40 Euro) bleibt groß. Auf 30 Tage steht ein Minus von 19,29% – der Titel sucht weiter nach Stabilität.

Zum Kalender: Am 26. Februar 2026 folgt der Integrated Report 2025, am 23. April der Q1-Bericht, am 5. Mai die virtuelle Hauptversammlung und am 23. Juli 2026 der Halbjahresfinanzbericht. Spätestens diese Termine liefern neue Anhaltspunkte, ob SAP die vorsichtigere Cloud-Erwartung operativ untermauern kann – während der Rückkauf bis Ende Juli als zusätzlicher Nachfragefaktor im Markt läuft.

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