Der Softwaregigant aus Walldorf steckt in einer tiefen Vertrauenskrise: Pannen bei der Bundeswehr und juristischer Ärger drücken die Stimmung massiv. Doch während Anleger nervös verkaufen, rufen Analysten fast schon trotzig Kursziele aus, die bis zu 50 Prozent über dem aktuellen Niveau liegen. Handelt es sich hier um eine historische Fehlbewertung des Marktes oder greifen die Experten ins fallende Messer?

Mangelnde Qualität und juristisches Störfeuer

Aktuell dominieren operative Hiobsbotschaften die Schlagzeilen und erklären die Schwäche des Papiers. Dass der Technologieführer im prestigeträchtigen IT-Projekt der Bundeswehr öffentlich „mangelnde Softwarequalität“ einräumen musste, kratzt empfindlich am Image der Exekutionsfähigkeit bei Großaufträgen. Ein solcher Fauxpas wiegt schwer in einer Branche, die von Zuverlässigkeit lebt.

Hinzu kommt juristischer Gegenwind, der Anleger verunsichert. Der Vorwurf des Konkurrenten o9 Solutions, SAP habe sich unrechtmäßig Geschäftsgeheimnisse angeeignet, hat eine Klage nach sich gezogen. Diese Kombination aus hausgemachten Fehlern und rechtlichen Risiken bildet derzeit einen toxischen Mix, der Käufer fernhält.

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Gigantische Lücke: Analysten bleiben stur

Trotz dieser Belastungsfaktoren klafft eine immense Lücke zwischen der Realität auf dem Parkett und den Erwartungen der Profis. Führende Investmentbanken bewerten den jüngsten Ausverkauf offenbar als überzogene Panikreaktion und sehen massives Aufwärtspotenzial:

  • JP Morgan ruft ein ambitioniertes Kursziel von 310 Euro aus.
  • Bank of America sieht den fairen Wert bei 301 Euro.
  • UBS bestätigt das „Buy“-Rating mit einem Ziel von 300 Euro.

Das Konsensziel liegt damit fast 43 Prozent über dem aktuellen Kursniveau. Die Botschaft der Experten ist eindeutig: Die fundamentalen Aussichten wiegen schwerer als die momentanen Störgeräusche.

Bodenbildung oder Falle?

Der Blick auf den Chart mahnt jedoch weiterhin zur Vorsicht. Mit einem Minus von 11,66 Prozent seit Jahresanfang gehört der Titel 2025 zu den Sorgenkindern im DAX. Der Kurs nähert sich bedrohlich dem 52-Wochen-Tief bei 203,20 Euro, während der Abstand zum Hoch inzwischen über 25 Prozent beträgt.

Immerhin: Der Wochenschluss bei 209,20 Euro und ein Plus von 1,16 Prozent am Freitag könnten erste zarte Anzeichen einer Stabilisierung sein. Unterstützt wird diese Hoffnung durch ein frisches Kaufsignal im MACD-Indikator. Um das Ruder endgültig herumzureißen, setzt das Management nun auf die Flucht nach vorn: Die neu vorgestellte „EU AI Cloud“ soll europäische Datenschutzbedenken adressieren und neue Fantasie wecken. Ob diese strategische Weichenstellung ausreicht, um die Bären kurzfristig zu vertreiben, bleibt die spannende Frage der kommenden Woche.

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