Europas größter Softwarehersteller hat seine Jahresziele zwar erreicht, doch die Anleger reagierten mit einem massiven Abverkauf auf die jüngsten Zahlen. Stein des Anstoßes ist nicht die operative Vergangenheit, sondern ein verhaltener Ausblick im entscheidenden Cloud-Segment, der Zweifel an der künftigen Wachstumsdynamik weckt. Kann ein neu angekündigtes Milliarden-Rückkaufprogramm die Wogen glätten oder steht der Konzern vor einer längeren Durststrecke?

  • Umsatz 2025: 36,8 Milliarden Euro (+8 Prozent).
  • Schwachstelle: Auftragsbestand im Cloud-Geschäft verfehlt Erwartungen.
  • Gegenmaßnahme: Aktienrückkauf über bis zu 10 Milliarden Euro geplant.
  • Kursentwicklung: Wochenverlust von rund 13 Prozent trotz Erholung am Freitag.

Diskrepanz zwischen Ergebnis und Ausblick

Auf den ersten Blick lieferte SAP für das Geschäftsjahr 2025 solide Zahlen. Der Gesamtumsatz stieg währungsbereinigt um 11 Prozent, und auch das Betriebsergebnis sowie der Free-Cashflow übertrafen die Prognosen. Doch an der Börse wird die Zukunft gehandelt, und hier offenbarten die Walldorfer eine empfindliche Schwäche.

Der sogenannte "Current Cloud Backlog" – der Auftragsbestand für die kommenden zwölf Monate – wuchs lediglich um 16 Prozent auf 21,05 Milliarden Euro. Marktbeobachter hatten hier deutlich mehr erwartet. Diese Kennzahl gilt als wichtigster Indikator für die kurzfristige Umsatzentwicklung im Zukunftsfeld Cloud. Das Verfehlen der Prognosen werten Analysten als Warnsignal, dass sich das Wachstum in diesem kritischen Bereich verlangsamen könnte.

Aktie sucht Boden nach Abverkauf

Die Marktreaktion auf diese Enttäuschung fiel heftig aus. In der vergangenen Woche verlor das Papier 13,82 Prozent an Wert. Der Abwärtsdruck führte die Notierung am Donnerstag, den 29. Januar, sogar auf ein neues 52-Wochen-Tief von 164,62 Euro.

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Zwar konnten die Bullen zum Wochenausklang eine leichte Gegenbewegung einleiten, sodass die Aktie am Freitag bei 170,56 Euro schloss, doch das charttechnische Bild bleibt angeschlagen. Der Abstand zur 200-Tage-Linie beträgt mittlerweile über 26 Prozent, was die langfristige Abwärtsspirale der letzten zwölf Monate unterstreicht.

KI-Hoffnung und Milliarden-Rückkauf

Das Management versucht aktiv, das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen. Zum einen betont die Führungsebene die Rolle der Künstlichen Intelligenz (KI) als künftigen Treiber. "SAP Business AI" sei bereits in zwei Drittel der Cloud-Auftragseingänge des vierten Quartals enthalten gewesen.

Zum anderen setzt der Konzern auf finanzielle Kosmetik: Ein neues Aktienrückkaufprogramm soll den Kurs stützen. In den kommenden zwei Jahren plant SAP, eigene Anteile im Wert von bis zu 10 Milliarden Euro zu erwerben.

Entscheidender Test im April

Ob diese Maßnahmen ausreichen, um die Stimmung nachhaltig zu drehen, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen. Investoren verlangen Beweise, dass die Delle im Auftragsbestand nur temporär ist. Der nächste wichtige Realitätscheck steht am 23. April 2026 mit den Zahlen zum ersten Quartal an. Sollte SAP hier keine Beschleunigung der Cloud-Dynamik vorweisen können, dürfte auch die kommende Hauptversammlung am 5. Mai ungemütlich werden.

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