Der Softwarekonzern Salesforce setzt aktuell den größten Aktienrückkauf seiner Unternehmensgeschichte um. Um dieses Vorhaben zu finanzieren, nimmt das Management Schulden in beispielloser Höhe auf. Während Ratingagenturen bereits mit Herabstufungen reagieren, wächst am Markt zeitgleich die Sorge vor einer neuen Konkurrenz durch externe KI-Entwickler.

Schulden für eigene Aktien

Um das beschleunigte Rückkaufprogramm im Volumen von 25 Milliarden US-Dollar zu stemmen, zapft Salesforce den Anleihemarkt massiv an. Das Unternehmen platziert Papiere mit Laufzeiten bis ins Jahr 2066 und Kupons von bis zu 6,7 Prozent. Zusätzlich wurde ein unbesicherter Kredit über sechs Milliarden US-Dollar aufgenommen, um bestehende Verbindlichkeiten abzulösen.

Diese aggressive Finanzierungspolitik rief umgehend die Ratingagenturen auf den Plan. Moody's stufte die Bonität auf A2 herab und verwies auf die deutlich höhere Schuldenbereitschaft in der Kapitalstruktur. Auch S&P Global Ratings senkte den Ausblick auf negativ. Das Unternehmen fixiert durch diese Struktur eine enorme Kapitalrückgabe an die Aktionäre, bevor die zukünftigen makroökonomischen Bedingungen absehbar sind.

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KI-Konkurrenz drückt auf die Stimmung

An der Börse verfehlt die Stützungsmaßnahme bislang ihre Wirkung. Seit Jahresbeginn hat der Titel rund 27,3 Prozent an Wert verloren und notiert aktuell bei 157,40 Euro. Ein wesentlicher Grund für die Zurückhaltung der Investoren sind gedämpfte Wachstumsaussichten. Die Prognose für das Geschäftsjahr 2027 deutet mit einem erwarteten Umsatzplus von 10 bis 11 Prozent auf eine spürbare Verlangsamung hin.

Gestern erlitt der Kurs einen weiteren Rückschlag von knapp sechs Prozent. Auslöser war die Ankündigung des KI-Startups Anthropic, dessen Assistent "Claude" nun eigenständig Computer bedienen kann. Investoren befürchten, dass solche autonomen Agenten klassische Softwareanbieter verdrängen und deren Preismacht schwächen könnten. Analysten warnen in diesem Zusammenhang vor sinkenden Margen in der gesamten Branche.

Lichtblicke im eigenen Portfolio

Trotz der Bedrohung durch externe KI-Entwickler verzeichnet Salesforce auch interne Erfolge. Die hauseigenen KI-Produkte wie Agentforce und Data 360 generieren mittlerweile wiederkehrende Jahreseinnahmen von fast 1,4 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 114 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Das Management geht mit dem schuldenfinanzierten Rückkauf das Risiko ein, dass diese internen Wachstumstreiber die Bedenken des Marktes übertreffen. Fällt das Wachstum jedoch schwächer aus als erhofft, verdreifacht sich durch die neuen Kredite das finanzielle Risiko für den Konzern.

Die endgültige Abrechnung des Aktienrückkaufs ist für das dritte oder vierte Quartal des Geschäftsjahres 2027 angesetzt. Bis dahin hat Salesforce bereits 103 Millionen Aktien als erste Tranche erhalten. Für das Gesamtjahr peilt der Konzern einen bereinigten Gewinn von 13,11 bis 13,19 US-Dollar je Aktie bei einem Umsatz von bis zu 46,2 Milliarden US-Dollar an. Die Erreichung dieser Ziele ist nun fest an die Bedingung geknüpft, dass die eigenen KI-Lösungen schnell genug skalieren, um Marktanteile gegen die aufstrebenden autonomen Agenten zu verteidigen.

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