Salesforce Aktie: Anthropic wird zum Bumerang
Ein neues KI-Update versetzt den Softwaresektor in Aufruhr und trifft ausgerechnet einen prominenten Investor hart. Während das Start-up Anthropic einen Agenten vorstellt, der Computer selbstständig bedienen kann, wachsen die Sorgen vor einer Verdrängung klassischer Unternehmenssoftware. Für Salesforce birgt diese Entwicklung eine besondere Ironie, da der Konzern tief in genau das Unternehmen investiert ist, das nun sein Kerngeschäft bedroht.
Auslöser des gestrigen Kursrutsches von knapp sechs Prozent ist die neue Fähigkeit der KI "Claude", menschliche Tastatur- und Mauseingaben zu imitieren. Anleger fürchten, dass solche intelligenten Systeme traditionelle Software-Anwendungen überflüssig machen könnten, da sich der Wert von einzelnen Applikationen hin zu integrierten Systemen verschiebt. Die Entwicklung trifft Salesforce doppelt: Der Konzern hält selbst rund ein Prozent an Anthropic, was bei der aktuellen Bewertung etwa 3,8 Milliarden US-Dollar entspricht. Zudem fungiert das Start-up seit vergangenem Oktober als primärer Modell-Anbieter für den Software-Riesen.
Schuldenfinanzierte Aktienrückkäufe
Die strategischen Herausforderungen treffen auf eine veränderte Kapitalstruktur. Erst vor wenigen Wochen startete das Management ein beschleunigtes Aktienrückkaufprogramm im Rekordvolumen von 25 Milliarden US-Dollar. Finanziert wird dieser Schritt durch neue Schuldtitel mit Laufzeiten bis ins Jahr 2066. Ratingagenturen reagierten prompt auf diese aggressive Kapitalallokation. Moody's stufte die Bonität auf A2 herab und verwies auf die deutlich höhere Schuldenbereitschaft, während S&P den Ausblick aufgrund des gestiegenen Verschuldungsgrades auf negativ senkte.
Inmitten dieses schwierigen Marktumfelds notiert der Titel aktuell bei rund 158 Euro und hat seit Jahresbeginn bereits über 26 Prozent an Wert verloren. Das Management steht mit seiner Strategie, niedrigere Kurse für Rückkäufe zu nutzen, in der Branche nicht alleine da. Auch andere Software-Konzerne greifen derzeit massiv zu eigenen Papieren:
- SAP: 11,5 Milliarden US-Dollar
- ServiceNow: 5,0 Milliarden US-Dollar
- Snowflake: 1,1 Milliarden US-Dollar
- Okta: 1,0 Milliarden US-Dollar
Operatives Gegengewicht
Trotz der aktuellen Skepsis am Markt zeigen die zugrundeliegenden Kennzahlen weiterhin nach oben. Für das Geschäftsjahr 2027 peilt das Unternehmen einen Umsatz zwischen 45,8 und 46,2 Milliarden US-Dollar an, was einem Wachstum von rund zehn Prozent entspricht. Gleichzeitig verzeichnet die hauseigene KI-Lösung Agentforce mit einem jährlich wiederkehrenden Umsatz von 800 Millionen US-Dollar ein starkes Plus von 169 Prozent gegenüber dem Vorjahr und bildet damit das operative Gegengewicht zur wachsenden Konkurrenz durch externe KI-Modelle.
Salesforce-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Salesforce-Analyse vom 25. März liefert die Antwort:
Die neusten Salesforce-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Salesforce-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Salesforce: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








