Salesforce liefert Rekordumsätze, deutlich bessere Gewinne als erwartet – und baut gleichzeitig sein Partnerprogramm radikal auf „Agenten-KI“ um. Genau diese Mischung ist der Kern der aktuellen Debatte: Wird das Unternehmen für seine neue Profitabilität belohnt, oder bleibt die Sorge, dass generative KI das klassische SaaS-Geschäft unter Druck setzt?

Unterm Strich zeigt der Bericht: Operativ läuft es rund. Strategisch setzt Salesforce alles daran, Agentforce möglichst schnell in die Breite zu bringen – und Partner stärker in die Pflicht zu nehmen.

Rekordjahr – und ein klarer Gewinnsprung

Im vierten Quartal meldete Salesforce 11,2 Mrd. US-Dollar Umsatz, im Gesamtjahr 41,5 Mrd. US-Dollar. Das Plus gegenüber dem Vorjahr lag bei 12% im Quartal und 10% im Gesamtjahr. Enthalten ist dabei ein Beitrag von 399 Mio. US-Dollar aus der Informatica-Übernahme.

Auffällig war vor allem die Profitabilität: Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 3,81 US-Dollar deutlich über den erwarteten 3,04 US-Dollar. Auch bei den Margen hat Salesforce sichtbar nachgelegt: Die GAAP-Operativmarge erreichte 20,1%, die Non-GAAP-Operativmarge 34,1%.

Der Cashflow untermauert das Bild. Der operative Cashflow stieg im Gesamtjahr auf 15,0 Mrd. US-Dollar (+15%), der Free Cashflow auf 14,4 Mrd. US-Dollar (+16%). Gleichzeitig blieb Salesforce aktionärsfreundlich: Über 14 Mrd. US-Dollar flossen im Geschäftsjahr an Aktionäre zurück. Zusätzlich wurde ein neues Aktienrückkaufprogramm über 50 Mrd. US-Dollar genehmigt und die Dividende um 5,8% auf 0,44 US-Dollar je Aktie angehoben (zahlbar am 23. April 2026, Stichtag 9. April 2026).

Agentforce im Fokus – Wachstumstreiber mit Signalwirkung

Der am genauesten beobachtete Datenpunkt war Agentforce, die Plattform für autonome KI-Agenten. Hier meldete Salesforce 800 Mio. US-Dollar ARR, ein Plus von 169% zum Vorjahr. Dazu kamen 29.000 abgeschlossene Deals, 50% mehr als im Vorquartal.

In den ersten 15 Monaten summierten sich diese 29.000 Deals laut Unternehmen zu einem Agentforce- und Data-360-ARR von insgesamt 2,9 Mrd. US-Dollar. Salesforce betont zudem die Nutzung: knapp 20 Billionen Tokens seien verarbeitet worden, woraus mehr als 2,4 Milliarden „agentische Arbeitseinheiten“ entstanden – also konkrete, erledigte Aufgaben statt reiner Textausgabe.

Ein Sonderfaktor im Quartal: Aus der Beteiligung an Anthropic entstand ein Gewinn aus strategischen Investments von 811 Mio. US-Dollar (Vorjahr: 96 Mio. US-Dollar).

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Partnerprogramm wird neu verdrahtet

Am 2. März 2026 kündigte Salesforce eine umfassende Überarbeitung des Partnerprogramms an. Der Consulting-Bereich soll sich von klassischer Implementierung stärker hin zu messbaren Kundenergebnissen entwickeln – ausdrücklich ausgerichtet auf die „agentische Ära“.

Dazu erhöht Salesforce die technischen Investitionen spürbar: Zertifizierungs-Gutscheine sollen zwei- bis sechsmal ausgeweitet werden, gleichzeitig steigen die Anforderungen durch praktische Nachweise. Ziel ist klar: Partner sollen KI-Agenten sicher und regelkonform in anspruchsvollen Unternehmensumgebungen planen und ausrollen können.

Zusätzlich verspricht Salesforce mehr Zugang zu Demo-Umgebungen, internen Nutzungslizenzen, Einblicken in F&E sowie Training. Neue Partner-Dashboards und Bulk-Upload-Tools sollen Abläufe vereinfachen und Projektdaten transparenter machen.

Ausblick: Wachstum solide, Ziele nach oben

Für das Geschäftsjahr 2027 stellt Salesforce 45,8 bis 46,2 Mrd. US-Dollar Umsatz in Aussicht (10% bis 11% Wachstum), wobei rund drei Prozentpunkte auf Informatica entfallen sollen. Die Non-GAAP-Operativmarge sieht das Management bei 34,3%, das operative Cashflow-Wachstum bei etwa 9% bis 10%.

Auch der Langfristblick wurde angehoben: Das Umsatzziel für das Geschäftsjahr 2030 liegt nun bei 63 Mrd. US-Dollar (zuvor: über 60 Mrd.). Kurzfristig peilt Salesforce für Q1 FY27 ein bereinigtes EPS von 3,11 bis 3,13 US-Dollar bei 11,03 bis 11,08 Mrd. US-Dollar Umsatz an – über den im Text genannten Konsensschätzungen.

An der Börse bleibt die Aktie trotz der operativen Stärke angeschlagen: Sie notiert heute bei 163,02 Euro und liegt damit seit Jahresanfang 24,70% im Minus. Inhaltlich dürfte in den kommenden Quartalen vor allem zählen, ob die steigenden Agentforce-Dealzahlen und das neue Partnerprogramm den KI-Kurs in nachhaltiges Umsatzwachstum übersetzen – bei gleichzeitig stabil hohen Margen.

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