Der britische Triebwerksbauer nutzt die Singapore Airshow 2026 für eine breit angelegte Wachstumsoffensive. Ein neuer Großauftrag von China Airlines ist bereits in trockenen Tüchern, doch das Management will mehr: Mit verbesserten Triebwerken nimmt Rolls-Royce nun gezielt Boeing-Kunden ins Visier. Parallel dazu muss sich das Unternehmen jedoch gegen Kritik an seiner Preispolitik verteidigen – ein Spagat zwischen Expansion und Kundenbeziehung.

China-Deal sichert langfristige Einnahmen

Im Zentrum der aktuellen Nachrichtenlage steht eine bedeutende Vereinbarung mit China Airlines. Die Fluggesellschaft hat einen "TotalCare"-Servicevertrag für 36 Trent XWB-Triebwerke unterzeichnet. Konkret geht es um den Antrieb von 15 Airbus A350-1000 und drei A350-900 Maschinen.

Dieser Abschluss ist für Rolls-Royce von strategischer Bedeutung, da solche Serviceverträge langfristige, wiederkehrende Einnahmen sichern, die oft lukrativer sind als der reine Triebwerksverkauf. China Airlines baut seine A350-Flotte damit auf insgesamt 33 Flugzeuge aus, die allesamt von Rolls-Royce angetrieben werden.

Angriff auf die GE-Dominanz bei Boeing

Während die Position bei Airbus gefestigt scheint, bläst Rolls-Royce nun auch beim US-Konkurrenten Boeing zum Angriff. Rob Watson, Präsident der zivilen Luftfahrtsparte, erklärte in Singapur den Wechsel in den "aktiven Verkaufsmodus".

Das Ziel ist der Boeing 787 "Dreamliner". Hier hatte Rolls-Royce in der Vergangenheit Marktanteile an den Rivalen GE Aerospace verloren, der aktuell die Mehrheit der über 1.200 im Dienst befindlichen Dreamliner antreibt. Mit dem verbesserten Trent 1000 XE Triebwerk, das seit der zweiten Jahreshälfte 2025 produziert wird, wollen die Briten nun verlorenes Terrain zurückerobern und neue Kunden gewinnen.

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Preispolitik sorgt für Spannungen

Die Expansionspläne treffen jedoch auf Widerstand bei den Kunden. Hintergrund sind die gestiegenen Preise für Triebwerke und Wartung, die zuletzt Willie Walsh, der Chef des Airline-Dachverbands IATA, scharf kritisierte.

Rolls-Royce verteidigt die Anhebungen offensiv. Watson verwies gegenüber Reuters auf anhaltende Störungen in den Lieferketten als Folge der Pandemie, die die Kostenbasis des Unternehmens direkt beeinflussen. Um die Akzeptanz bei den Airlines zu erhöhen, verweist der Konzern auf technische Fortschritte: Verbesserungen an der Haltbarkeit des Trent XWB-97 hätten die Zeitspanne zwischen den Überholungen bereits um 60 Prozent erhöht.

Wartungskapazitäten und Ausblick

Um das erwartete Wachstum bewältigen zu können, wird auch die Infrastruktur ausgebaut. Sanad, eine Tochtergesellschaft der Mubadala Investment Company aus Abu Dhabi, kündigte eine Investition von umgerechnet rund 34 Millionen Dollar an, um die Wartungskapazitäten für Trent 700 Triebwerke zu erweitern.

Für Anleger, die sich über den Kursanstieg von rund 95 Prozent in den letzten zwölf Monaten freuen konnten, wird es Ende des Monats konkret. Am 26. Februar 2026 legt Rolls-Royce die Geschäftszahlen für das Jahr 2025 vor. Neben der operativen Marge dürfte dann vor allem der Fortschritt des im Dezember gestarteten Aktienrückkaufprogramms im Mittelpunkt des Interesses stehen.

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