Redcare Pharmacy profitiert massiv von der Einführung des E-Rezepts in Deutschland, doch der Schein des rasanten Umsatzwachstums trügt teilweise. Während das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten die Erwartungen übertrifft, offenbarten die jüngsten vorläufigen Zahlen eine Schwäche im profitablen Kerngeschäft. Analysten reagieren nun auf diese Diskrepanz und passen ihre Erwartungen an.

Deutsche Bank senkt Kursziel

Die Online-Apotheke steht nach der Veröffentlichung vorläufiger Jahreszahlen weiter unter Beobachtung. Deutsche Bank Research hat am Freitag das Kursziel für den Titel von 214 Euro auf 200 Euro gesenkt, behält die Einstufung jedoch auf "Buy". Analyst Jan Koch begründete diesen Schritt mit der gestiegenen Unsicherheit im Bereich der rezeptfreien Medikamente (Non-Rx).

Diese Anpassung folgte auf eine turbulente Woche: Bereits am Mittwoch war die Aktie nach Bekanntgabe der vorläufigen Umsatzzahlen um rund 8 Prozent eingeknickt. Am Freitag konnte sich der Kurs jedoch stabilisieren und ging mit 66,45 Euro aus dem Handel.

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Die zwei Gesichter des Wachstums

Die Marktskepsis resultiert aus einer deutlichen Schere zwischen den beiden wichtigsten Geschäftssäulen des Unternehmens:

  • Boom bei Rezepten (Rx): Die Strategie, voll auf das E-Rezept und digitale Lösungen wie CardLink zu setzen, zahlt sich aus. Die Rx-Umsätze in Deutschland sprangen im Gesamtjahr 2025 um rund 98 Prozent auf 503 Millionen Euro an. Allein im vierten Quartal lag das Wachstum bei fast 60 Prozent.
  • Schwäche im OTC-Geschäft: Sorgen bereitet hingegen das margenstarke Geschäft mit rezeptfreien Mitteln. Zwar wuchs dieser Bereich im vierten Quartal um 9 Prozent auf 483 Millionen Euro, verfehlte damit aber die Konsensschätzungen. Experten führen dies auf eine schwächere Erkältungssaison und allgemeine Kaufzurückhaltung der Konsumenten zurück.

Da das Non-Rx-Segment essenziell für die Profitabilität des Konzerns ist, senkte die Deutsche Bank ihre Gewinnprognosen für die Jahre 2025 und 2026.

Stabilisierung zum Wochenausklang

Trotz der Kurszielsenkung deutet die Kursentwicklung am Freitag auf eine Beruhigung hin. Mit einem leichten Tagesplus von 0,68 Prozent scheint der erste Schreck über die verpassten Erwartungen im OTC-Bereich verdaut. Der massive Zuwachs im verschreibungspflichtigen Segment bietet dem Kurs eine gewisse Absicherung, da er die langfristige Investitionsthese der Digitalisierung im Gesundheitswesen untermauert. Dennoch notiert das Papier auf Sicht von 12 Monaten weiterhin deutlich im Minus (-47,39 Prozent).

Der Fokus der Marktteilnehmer richtet sich nun auf den 4. März 2026. An diesem Datum veröffentlicht Redcare Pharmacy den geprüften Geschäftsbericht. Entscheidend wird dann sein, wie das Management den Margendruck durch den veränderten Umsatzmix kommentiert und welche Strategien präsentiert werden, um das Wachstum im hochprofitablen Bereich der rezeptfreien Medikamente wieder zu beschleunigen.

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