Die deutsche Bundesregierung plant eine spürbare Anhebung der Apothekenvergütung – und das nur wenige Tage bevor Redcare Pharmacy seine Jahreszahlen vorlegt. Für den Online-Apotheker könnte die Reform einen wichtigen Margenhebel darstellen, während das Geschäft mit rezeptfreien Produkten schwächelt.

Höhere Vergütung für verschreibungspflichtige Medikamente

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat im Bundestag bestätigt: Die gesetzlich festgelegte Pauschalvergütung pro Medikamentenpackung soll von derzeit 8,35 Euro auf 9,50 Euro steigen – ein Plus von rund 14 Prozent. Die entsprechende Verordnung soll im Frühjahr in Kraft treten.

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Für Redcare ist das eine gute Nachricht. Da das Unternehmen stark auf E-Rezepte setzt, wirkt sich jede Cent-Erhöhung der Pauschale nahezu direkt auf die Marge aus. Die zentrale Frage lautet nun: Kann diese politische Unterstützung die schwächere Performance im OTC-Segment ausgleichen?

Starkes Rx-Geschäft, schwaches OTC-Segment

Die vorläufigen Zahlen für 2025 zeigen eine gespaltene Entwicklung. Der Gesamtumsatz kletterte um 24 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro, im vierten Quartal erreichte Redcare 794 Millionen Euro – ein deutliches Wachstum gegenüber dem Vorjahr (675 Millionen Euro).

Allerdings enttäuschte das margenstärkere Geschäft mit rezeptfreien Produkten: Der OTC-Umsatz im Schlussquartal stieg zwar um 9 Prozent auf 483 Millionen Euro, lag damit aber etwa 9 Prozent unter den Erwartungen der Analysten.

Das Rx-Geschäft hingegen entwickelte sich hervorragend. In Deutschland legte der Umsatz mit verschreibungspflichtigen Medikamenten 2025 um 98 Prozent auf 503 Millionen Euro zu – oberhalb des eigenen Ziels von "mehr als 500 Millionen Euro". Im vierten Quartal wuchs das deutsche Rx-Geschäft um 60 Prozent auf 155 Millionen Euro. Die Zahl der aktiven Kunden erreichte 13,9 Millionen.

Neue Konkurrenz durch dm-med

Mitte Dezember 2025 startete dm-med, die Online-Apotheke der deutschen Drogeriekette dm. Das Angebot umfasst rund 2.500 rezeptfreie Medikamente und 1.000 apothekenexklusive Kosmetikprodukte, versandt aus einem Logistikzentrum in Tschechien. dm bringt erhebliche Ressourcen mit: fast 4.200 Filialen und 12,5 Millionen App-Nutzer.

Marktbeobachter sehen in diesem neuen Wettbewerber einen wesentlichen Grund für die schwache OTC-Performance im vierten Quartal. Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten deutlich nachgegeben und zählt zu den schwächsten Titeln im MDAX.

Fokus auf Profitabilität

Am 4. März wird Redcare die vollständigen geprüften Jahreszahlen veröffentlichen. Anleger erwarten vor allem Klarheit darüber, wie stark die Schwäche im OTC-Segment die Margen belastet hat – und ob die Gebührenreform ausreicht, um den Weg zur nachhaltigen Profitabilität zu ebnen. Die Wachstumsstory steht außer Frage, die Margen-Frage ist noch offen.

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