Am 15. April 2026 kommen die Redcare-Aktionäre zu einer Hauptversammlung zusammen, die mehr ist als ein formaler Pflichttermin. Das Unternehmen steckt mitten in einem tiefgreifenden Führungswechsel — und die Aktie notiert nahe historischer Tiefststände.

Neuer CFO mit Amazon-Hintergrund

Zentrales Abstimmungsthema ist die formale Bestellung von Hendrik Krampe als neuem Finanzvorstand. Krampe kommt von Amazon, wo er seit 2017 als Finance Director das europäische Marketplace-Geschäft verantwortete. Zuvor war er in verschiedenen Finanzfunktionen bei eBay tätig, sowohl in Deutschland als auch in den USA.

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Seine zwanzigjährige Erfahrung im E-Commerce-Finanzmanagement gilt als strategisch relevant für Redcare, das weiterhin auf das Plattformwachstumsmodell setzt. Neben Krampe stimmen die Aktionäre auch über die Wahl von drei neuen Aufsichtsratsmitgliedern ab.

Harter Wettbewerb drückt auf die Ziele

Der Führungswechsel ist eine direkte Reaktion auf verschärften Wettbewerbsdruck. Der Start von dm-med im Dezember 2025 und angekündigte ähnliche Pläne von Rossmann haben das Marktumfeld im OTC-Segment grundlegend verändert. Im Jahresbericht vom 4. März revidierte Redcare seine Mittelfristziele spürbar nach unten: Das OTC-Wachstumsziel sank von 16 auf 8 bis 10 Prozent, die angestrebte EBITDA-Marge von 8 auf 5 Prozent.

Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund die Hälfte ihres Wertes verloren und bewegt sich damit am unteren Ende ihrer 52-Wochen-Spanne von 33,24 bis 136,50 Euro.

Rx-Geschäft als stabiler Anker

Im verschreibungspflichtigen Segment sieht die Lage deutlich besser aus. Rossmann hat bestätigt, keine Rx-Medikamente anbieten zu wollen — ein struktureller Vorteil für Redcare. Das Unternehmen hält hier einen Marktanteil von 67 Prozent und erwartet für 2026 Rx-Umsätze von über 670 Millionen Euro.

2025 stiegen die Rx-Erlöse um 43 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro und machen inzwischen 36 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Das bereinigte EBITDA legte um 72 Prozent auf 57,4 Millionen Euro zu. Für 2026 peilt das Unternehmen eine bereinigte EBITDA-Marge von mindestens 2,5 Prozent an.

Analysten mit unterschiedlichen Kurszielen

Die Reaktionen der Analysten auf den Strategieschwenk fallen gemischt aus:

  • Jefferies: Kaufempfehlung, Kursziel 150 Euro (trotz 19 Prozent Lücke zwischen Guidance-Mittelpunkt und früherem Marktkonsens)
  • Barclays: Kaufempfehlung, Kursziel 110 Euro
  • UBS: Neutral, Kursziel 74 Euro

Der erste konkrete Belastungstest für das neue Führungsteam folgt kurz nach der Hauptversammlung: Am 6. Mai 2026 veröffentlicht Redcare die Zahlen für das erste Quartal 2026. Diese Ergebnisse werden zeigen, ob die strategische Neuausrichtung bereits erste messbare Wirkung entfaltet.

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