Redcare Pharmacy Aktie: Deutliche Warnsignale?
Europas führende Online-Apotheke hat 2025 das stärkste Rezeptumsatz-Jahr ihrer Geschichte verbucht – mit über einer Milliarde Euro erstmals die Schwelle durchbrochen. Doch statt Euphorie folgte ein Kursrutsch: Der Ausblick enttäuschte, die Verlustzone bleibt bestehen, und die mittelfristigen Margenziele wurden kassiert. Anleger reagierten prompt und schickten die Aktie auf Talfahrt.
Rekordwachstum mit Schönheitsfehlern
Die Zahlen für 2025 lesen sich auf den ersten Blick beeindruckend. Der Konzernumsatz kletterte um 24 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro, getrieben durch das deutsche Rezeptgeschäft. Dort verdoppelte sich der Umsatz nahezu auf 503 Millionen Euro – der Anteil am Gesamtumsatz stieg auf 36 Prozent. Die Zahl aktiver Kunden wuchs auf 13,9 Millionen, der durchschnittliche Warenkorbwert legte auf knapp 66 Euro zu.
Doch im Detail offenbaren sich Schwachstellen. Das vierte Quartal verfehlte die Analystenschätzungen um rund drei Prozent, vor allem das margenstärkere OTC-Geschäft (rezeptfreie Produkte) enttäuschte mit einem Umsatzplus von nur neun Prozent – neun Prozent unter den Erwartungen.
Margen steigen, Verluste bleiben
Auf der Profitabilitätsseite machte Redcare zwar Fortschritte. Das bereinigte EBITDA sprang um 72 Prozent auf 57,4 Millionen Euro, die Marge verbesserte sich auf zwei Prozent. Kostenmanagement und Skaleneffekte zeigen erste Wirkung.
Unterm Strich bleibt dennoch ein Nettoverlust von rund 35 Millionen Euro für 2025 stehen. Die Investitionen in Automatisierung und Logistik belasten weiterhin das Ergebnis – ein neues Logistikzentrum in Pilsen ging im November in Betrieb, das Hauptlager in Sevenum wird bis Ende 2026 modernisiert.
Ausblick verfehlt Erwartungen deutlich
Besonders hart traf Investoren die Prognose für 2026. Das Management rechnet mit einem Umsatzwachstum von 13 bis 15 Prozent – die Analysten hatten mehr erwartet. Im deutschen Rezeptgeschäft sollen mehr als 670 Millionen Euro erlöst werden, das OTC-Segment soll um acht bis zehn Prozent zulegen. Die bereinigte EBITDA-Marge soll mindestens 2,5 Prozent erreichen.
Noch schwerer wiegt die Anpassung der mittelfristigen Ziele: Statt der ursprünglich avisierten acht Prozent peilt Redcare nun nur noch fünf Prozent bereinigte EBITDA-Marge an. CFO Hendrik Krampe, seit Dezember im Amt, begründet den Pfad zu höheren Margen mit sinkenden Marketingkosten, automatisierter Logistik und wachsenden hochmargigen Geschäftsbereichen wie Marktplatz und Retail Media.
Struktureller Rückenwind, kurzfristige Zweifel
Das E-Rezept in Deutschland bleibt der zentrale Wachstumstreiber für Redcare. Die regulatorischen Rahmenbedingungen entwickeln sich weiter zugunsten digitaler Gesundheitslösungen, die demografische Entwicklung stützt die langfristige Nachfrage. Das Unternehmen ist seit 2016 im Prime Standard notiert und seit Juni 2023 im MDAX vertreten.
Die große Herausforderung: Das beeindruckende Umsatzwachstum muss sich in nachhaltige Profitabilität übersetzen – und zwar schneller, als es die gesenkten Margenziele vermuten lassen. Die schweren Investitionen in Infrastruktur belasten 2025 und 2026 weiterhin das Ergebnis. Der Markt honoriert diese Gemengelage derzeit nicht.
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