Mit dem Ablauf der weiteren Annahmefrist ist die Übernahme von PSI Software durch Warburg Pincus faktisch entschieden. Der Finanzinvestor hat sich eine klare Kontrolle gesichert, der Kurs klebt am Angebotspreis und für die verbliebenen Minderheitsaktionäre verschiebt sich das Risiko deutlich. Wie geht es für den Freefloat jetzt weiter?

Übernahmeangebot setzt den Rahmen

Warburg Pincus agiert über die Erwerbsgesellschaft Zest BidCo GmbH und hat vor Ende der Nachfrist bereits über 82 % der Anteile eingesammelt. Damit ist der Streubesitz stark geschrumpft, der Markt befindet sich de facto im Übernahmemodus.

Der Angebotspreis von 45 Euro je Aktie hat in den vergangenen Wochen die Kursbildung bestimmt. Größere Ausschläge nach oben oder unten blieben aus, weil die erwartete vollständige Kontrolle durch Warburg Pincus im Kurs bereits eingepreist war.

Die Fakten zur Transaktion im Überblick:

  • Bieter: Zest BidCo GmbH (Warburg Pincus)
  • Angebotspreis: 45,00 Euro in bar je Aktie
  • Reguläre Annahmefrist: bereits im Dezember beendet
  • Weitere Annahmefrist: gestern ausgelaufen
  • Beteiligung: über 82 % vor Ende der Nachfrist

Mit Auslaufen der Nachfrist entfällt die Möglichkeit, die Aktien zum fixierten Angebotspreis anzudienen. Damit verändert sich die Ausgangslage für alle, die nicht verkauft haben, grundlegend.

Sinkende Liquidität, Delisting in Sicht

Für die verbliebenen Minderheitsaktionäre steigt das spezifische Risiko. Ohne laufendes Übernahmeangebot hängt der Kurs vollständig von einem immer dünner werdenden Handel ab. Das Orderbuch zeigt bereits jetzt kaum Bewegung, der Preis orientiert sich an der 45-Euro-Marke.

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Das Unternehmen und der neue Großaktionär haben signalisiert, einen Börsenrückzug anzustreben. Ein Delisting würde den Handel über Xetra und die Parkettbörsen beenden. Übrig blieben nur noch außerbörsliche oder sehr eingeschränkte Handelsmöglichkeiten, die häufig mit Abschlägen einhergehen.

Kernpunkte dieser Phase:

  • Deutlich geringerer Freefloat
  • Abnehmende Liquidität im Handel
  • Angestrebtes Delisting mit klaren Folgen für die Handelbarkeit

Damit verlagert sich die Situation für Minderheitsaktionäre von einem klar definierten Übernahmeangebot hin zu einem Markt mit begrenztem Zugang und potenziell größeren Spreads.

Squeeze-out als möglich nächster Schritt

Mit einem Anteil von über 80 % rückt auch ein möglicher Squeeze-out in den Fokus. Erreicht Warburg Pincus 90 % oder mehr, kommen verschiedene Formen des Hinausdrängens von Minderheitsaktionären in Betracht, in der Regel gegen eine Barabfindung.

Einige Marktteilnehmer spekulieren in solchen Konstellationen auf eine etwas höhere Abfindung als den ursprünglichen Angebotspreis. Allerdings handelt es sich dabei um einen oft langwierigen rechtlichen Prozess mit offenem Ausgang und unklarem Zeitrahmen.

Aktuell spiegelt sich diese Gemengelage im Kursbild wider:

  • Der Kurs hat sich rund um 45 Euro stabilisiert.
  • Das Orderbuch weist nur geringe Umsätze auf.
  • Ohne das offizielle Angebot kann der Kurs in den nächsten Wochen unter Druck geraten, falls keine konkreten Schritte wie eine Squeeze-out-Ankündigung folgen.

Fazit: Phase des Übergangs

Mit dem Ende der Nachfrist ist die Übernahmeentscheidung praktisch gefallen, Warburg Pincus verfügt über die deutliche Mehrheit und damit über die Kontrolle. Für die verbliebenen Aktionäre hat sich der Charakter des Engagements grundlegend gewandelt: Die einfache Ausstiegsmöglichkeit zum festen Preis ist entfallen, im Vordergrund stehen nun juristische und börsenrechtliche Schritte wie ein mögliches Delisting und ein späterer Squeeze-out. Die weitere Entwicklung hängt vor allem davon ab, wie schnell und in welcher Form der neue Mehrheitsaktionär diese Optionen umsetzt.

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