Der Einstieg von Warburg Pincus bei PSI Software steht vor dem Abschluss und markiert einen tiefen Einschnitt für das Unternehmen und seine Aktionäre. Der US-Finanzinvestor hat sich über seine Beteiligungsgesellschaft Zest Bidco eine klare Mehrheit gesichert und plant, die Aktie von der Börse zu nehmen. Entscheidend ist dabei: Der Vorstand unterstützt diesen Schritt ausdrücklich.

Übernahme: Kontrolle gesichert

Zest Bidco hat die finalen Ergebnisse des freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots vorgelegt. Die Beteiligungsstruktur nach Ablauf der zusätzlichen Annahmefrist zeigt, wie deutlich Warburg Pincus sich durchgesetzt hat:

  • 81,72 % der Aktien über das Angebot, bereits gehaltene Anteile und einen Vertrag mit einem Ankeraktionär
  • zusätzlich 1,52 % über barausgeglichene Finanzinstrumente
  • damit insgesamt 83,24 % aller ausstehenden PSI-Aktien

Die zusätzliche Annahmefrist lief am 2. Januar 2026 um Mitternacht aus. Der Vollzug der Transaktion wird – vorbehaltlich letzter behördlicher Genehmigungen – im ersten Quartal 2026 erwartet.

Mit einem Angebotspreis von 45 Euro je Aktie in bar liegt das Volumen des Deals bei über 700 Millionen Euro. Warburg Pincus, ein global aktiver Private-Equity-Investor mit mehr als 85 Milliarden US-Dollar verwaltetem Vermögen und über 215 Portfoliounternehmen, erlangt damit die klare Kontrolle.

Delisting: Vorstand zieht mit

Warburg Pincus plant, PSI Software so schnell wie möglich nach Abwicklung des Angebots von der Börse zu nehmen. Der Vorstand unterstützt das geplante Delisting ausdrücklich und sieht die Umsetzung der langfristigen Strategie außerhalb des Kapitalmarkts als vorteilhaft.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei PSI Software?

Für verbliebene Minderheitsaktionäre hat das spürbare Konsequenzen: Nach einem Delisting sinkt die Handelbarkeit der Aktie deutlich, da kein regulierter Börsenhandel mehr stattfindet und die Liquidität stark abnimmt. Der Ausstieg aus dem Börsensegment ist damit faktisch der Übergang in eine reine Private-Equity-Struktur.

Deal-Struktur und Partner

Der Einstieg von Warburg Pincus erfolgt nicht isoliert. E.ON bleibt als strategischer Partner an Bord und hat sich im Zuge der Transaktion zu einer Reinvestition verpflichtet. PSI Software wird künftig als nicht-börsennotiertes Unternehmen mit der Kombination aus Private-Equity-Rückhalt und Industriepartner operieren.

Diese Konstellation bildet den Rahmen für die angekündigte langfristige strategische Ausrichtung abseits der Börse.

SDAX-Aufnahme ohne Wirkung

Eine besondere Note erhält die Transaktion durch den Indexkontext: Erst im Dezember 2025 wurde PSI Software in den SDAX Total Return Index aufgenommen – nur wenige Wochen vor der faktischen Übernahme. Mit dem geplanten Delisting verliert diese Indexzugehörigkeit ihre Grundlage und wird wieder aufgehoben.

Operativ zeigte das Unternehmen zuletzt Dynamik. In den ersten neun Monaten 2025 legte der Auftragseingang um 36,4 % auf 269 Millionen Euro zu, der Umsatz erreichte 188 Millionen Euro. Damit geht PSI Software mit einem wachsenden Geschäft in die nächste Phase unter privater Eigentümerstruktur.

Fazit und Ausblick

Mit über 83 % der Anteile hat Warburg Pincus die Kontrolle gesichert und den Weg für das Delisting geebnet. Nach erwarteter Transaktionsabwicklung im ersten Quartal 2026 wird PSI Software als nicht-börsennotiertes Unternehmen mit Warburg Pincus und E.ON im Hintergrund weiterarbeiten. Für Minderheitsaktionäre bleibt der entscheidende Punkt, dass die Liquidität der Aktie nach dem Börsenrückzug deutlich abnehmen wird und die SDAX-Mitgliedschaft damit endet.

PSI Software-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue PSI Software-Analyse vom 11. Januar liefert die Antwort:

Die neusten PSI Software-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für PSI Software-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

PSI Software: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...