Der Übernahmekrimi ist beendet, die Weichen sind gestellt. Finanzinvestor Warburg Pincus hat sich über seine Holding Zest Bidco eine deutliche Mehrheit von 83,24 Prozent an PSI Software gesichert. Mit dem am Donnerstag verkündeten Endergebnis steht fest: Die Ära des Unternehmens als breit gehandelte Publikumsaktie läuft ab, und für verbliebene Kleinanleger rückt ein Delisting in den Fokus.

Überwältigende Mehrheit gesichert

Das Ziel von Warburg Pincus, die volle Kontrolle über den Berliner Softwarespezialisten zu erlangen, wurde klar erreicht. Die Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent wurde weit übertroffen. Durch die Kombination aus angedienten Aktien aus dem öffentlichen Angebot, bereits gehaltenen Anteilen und vertraglich gesicherten Paketen kontrolliert der Investor nun über vier Fünftel der Stimmrechte.

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Der Vollzug der Transaktion ("Closing") wird für das erste Quartal 2026 erwartet, sobald die letzten regulatorischen Freigaben vorliegen. Am Markt spiegelt sich dieses Ergebnis bereits wider: Der Kurs hat sich bei 45,00 Euro eingependelt, was exakt dem Angebotspreis entspricht. Die Aktie handelt damit faktisch als Barposition ohne Aufschlagspotenzial.

Drohender Liquiditätsengpass

Die strategische Ausrichtung des neuen Großaktionärs ist eindeutig: PSI Software soll von der Börse genommen werden. Das Management unterstützt diesen Plan. Für freie Aktionäre birgt dieses Szenario konkrete Nachteile:

  • Handelbarkeit: Mit dem Wegfall der Börsennotierung im regulierten Markt bricht die Liquidität ein. Ein späterer Verkauf ist oft nur erschwert möglich.
  • Index-Rauswurf: Der Streubesitz ist auf unter 17 Prozent geschrumpft. Ein Verbleib im SDAX ist damit kaum noch haltbar. ETFs und Fonds, die den Index abbilden, müssen ihre Positionen zwangsweise verkaufen, was technischen Verkaufsdruck erzeugt.
  • Informationsdefizit: Als nicht mehr börsennotiertes Unternehmen entfallen umfangreiche Transparenzpflichten.

Fazit: Sondersituation statt Wachstumsstory

Die Investmentthese für PSI Software hat sich grundlegend gewandelt. Es geht nicht mehr um operatives Wachstum, sondern um die Abwicklung einer Börsenbeziehung. Mit über 83 Prozent der Anteile in fester Hand kann Warburg Pincus wesentliche Entscheidungen im Alleingang treffen. Wer die Aktie jetzt noch im Depot hält, spekuliert auf eine mögliche Abfindung in einem späteren Squeeze-Out-Verfahren, bindet sein Kapital jedoch in einem illiquiden Wert ohne kurzfristige Kursfantasie. Der Markt signalisiert mit dem Festfrieren des Kurses bei 45 Euro das Ende des Börsenkapitels.

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