Wenn Tech-Werte wackeln und die Nervosität im Markt steigt, greifen Anleger oft zu den „langweiligen“ Titeln – und genau davon profitiert Procter & Gamble aktuell spürbar. Der Konsumgüterkonzern zählt in diesem Umfeld zu den auffälligsten Gewinnern. Dahinter steckt vor allem eine Rotation hin zu defensiven Branchen.

Rotation in Basiskonsum

Laut Wall Street Journal erleben Aktien aus dem Basiskonsum die beste Jahresstart-Phase seit mindestens 1990. Procter & Gamble gilt dabei als einer der Hauptprofiteure: Während der breite Markt zuletzt von Zollängsten und Turbulenzen im Tech-Sektor belastet wurde, blieb der Titel vergleichsweise stabil und zog Kapital an.

Auch die Kursdaten passen ins Bild: Über die letzten 30 Tage liegt die Aktie mit +12,24% klar im Plus (Schlusskurs gestern: 138,42 €). Der RSI von 73,8 deutet allerdings darauf hin, dass die Bewegung kurzfristig bereits recht heiß gelaufen ist.

Zahlen geben Halt – trotz Dämpfer beim Umsatz

Fundamental fußt die Stärke auf den Ergebnissen zum zweiten Geschäftsquartal (gemeldet Ende Januar): Beim bereinigten Gewinn je Aktie lag Procter & Gamble leicht über den Erwartungen. Beim Umsatz blieb das Unternehmen dagegen unter den Prognosen.

Auf der CAGNY-Konferenz am 19. Februar verwies das Management zudem darauf, dass die organischen Verkäufe im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 durch Basiseffekte beeinflusst wurden – etwa durch Vorzieheffekte im Vorjahr (Handel und „Vorratskäufe“ der Verbraucher). Wichtig für den Markt: Die Prognosespannen für organisches Wachstum, Core-EPS und den bereinigten Free Cashflow wurden bestätigt.

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Analysten-Upgrade, Aktienrückkäufe – und Insiderverkäufe

Rückenwind kam auch von Analystenseite: Die Erste Group stufte den Titel am 18. Februar von „Hold“ auf „Buy“ hoch. Als Argumente nannte der Analyst die unveränderte Erwartung für das Geschäftsjahr (Umsatzwachstum 1% bis 5%, EPS-Wachstum 1% bis 6%) sowie die geplanten Kapitalrückflüsse von 14 bis 15 Mrd. US-Dollar (Dividenden und Rückkäufe).

Parallel sorgten Insidertransaktionen für Aufmerksamkeit: Unter anderem verkaufte die Chefjuristin am 19. Februar Aktien im Gegenwert von rund 288.000 US-Dollar. Bereits zuvor hatte der Executive Chairman Jon R. Moeller in zwei Transaktionen insgesamt 173.268 Aktien für 28,1 Mio. US-Dollar veräußert, zudem trennte sich der Chief R&D Officer von Anteilen im Volumen von rund 2,46 Mio. US-Dollar.

Konkreter Blick nach vorn

Operativ will Procter & Gamble das Innovations-Tempo hochhalten: Am 17. Februar wurde „Tide evo“ eingeführt, ein wasserloses, konzentriertes Waschmittel-Format, das auch als Test für Preisdurchsetzung und Marktanteilsgewinne gilt. Der nächste harte Prüfstein folgt mit den nächsten Quartalszahlen Ende April – dann wird sich zeigen, ob sich die erwartete Verbesserung in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres auch in schnellerem organischem Wachstum niederschlägt.

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