Ein neuer CEO, eine klare Wachstums-Agenda – und gleichzeitig ein gemischtes Zwischenfazit: Procter & Gamble hat auf der CAGNY-Konferenz seinen strategischen Fahrplan präsentiert. Im Mittelpunkt standen schnelle Hebel für mehr Dynamik im laufenden Geschäftsjahr und ein langfristiger Umbau mit Digital- und KI-Fokus. Was steckt hinter dem Plan – und wo hakt es operativ noch?

Neuer CEO setzt Schwerpunkte

Shailesh Jejurikar trat am 19. Februar erstmals als President und CEO auf der CAGNY-Bühne auf – gemeinsam mit CFO Andre Schulten und CIO Seth Cohen. Das Management sprach von einer „Once-in-a-generation opportunity“, also einer seltenen Gelegenheit, den Konsumgüterriesen grundsätzlich weiterzuentwickeln.

Inhaltlich gliederte P&G die Präsentation in vier Blöcke: bisherige Geschäftsergebnisse, die übergeordnete Strategie, kurzfristige Maßnahmen zur Beschleunigung des Wachstums sowie die langfristige Transformation – unter anderem mit stärkerer Nutzung digitaler Assets und KI-Fähigkeiten.

Halbjahr: Viel solide, aber nicht überall

Die Zahlen für die erste Hälfte des Geschäftsjahres 2026 zeichnen kein einheitliches Bild. Laut CFO Schulten war das Halbjahr auch von Sondereffekten im Vergleichszeitraum geprägt: Im Vorjahr hatten unter anderem Hafenstreiks und Hurrikans zu Vorzieheffekten im Handel und bei Konsumenten geführt („pantry loading“). Solche Basiseffekte können aktuelle Wachstumsraten verzerren.

Unterm Strich blieb der organische Umsatz insgesamt flach, während P&G außerhalb der USA organisch um mehr als 2% wuchs. Auf Kategorieebene zeigte sich: Acht von zehn Bereichen lagen im Plus oder hielten das Niveau. Besonders stark waren Skin & Personal Care (+6%) und Hair Care (+4%). Belastend fielen dagegen Family Care (-5%) und Fabric Care (-1%) auf. Der bereinigte Gewinn je Aktie (Core EPS) stieg im Halbjahr um 2%.

Prognose steht – Insiderverkäufe im Blick

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P&G bestätigte auf der Konferenz die Jahresprognose, die bereits mit den Zahlen vom 22. Januar kommuniziert wurde. Erwartet werden organisches Umsatzwachstum von 0% bis +4% sowie Core-EPS-Wachstum von 0% bis +4%. Außerdem peilt der Konzern eine bereinigte Free-Cashflow-Produktivität von 85% bis 90% an.

Parallel dazu rückten Insiderverkäufe in den Fokus: Laut SEC-Unterlagen, auf die sich MarketBeat bezieht, verkaufte Executive Chairman Jon R. Moeller am 12. Februar 162.232 Aktien zu durchschnittlich 162,45 US-Dollar (rund 26,35 Mio. US-Dollar). Am selben Tag trennte sich Grooming-CEO Gary A. Coombe von 36.093 Aktien zu durchschnittlich 162,33 US-Dollar (rund 5,86 Mio. US-Dollar).

Auf Analystenseite gab es ebenfalls Bewegung: Die Erste Group Bank stufte die Aktie am 18. Februar von „Hold“ auf „Buy“ hoch. Wells Fargo erhöhte zudem das Kursziel auf 177 US-Dollar (zuvor 165 US-Dollar).

Ein Signal an den Markt war auch die Produktseite: Am 17. Februar stellte P&G mit „Tide evo“ eine neue Waschmittel-Innovation vor – eine Faser-Detergent-Kachel. Das passt zur Botschaft der Konferenz, das Markenportfolio über Innovationen im Kerngeschäft zu stärken.

Bei den bereitgestellten Kursdaten zeigt sich zuletzt Rückenwind: Der Schlusskurs am Freitag lag bei 136,44 €, in 30 Tagen steht ein Plus von 9,19% zu Buche.

Am 23. April 2026 folgt der nächste große Prüfstein mit den Q3-Zahlen: Dann wird sich zeigen, ob die angekündigten Innovations-Rollouts im zweiten Halbjahr tatsächlich für spürbar bessere organische Wachstumsraten sorgen – und ob sich die Margen nach mehreren Quartalen mit rückläufiger Bruttomarge stabilisieren.

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