Nach einem massiven Gewinneinbruch zieht das Management von Porsche die Reißleine. Der Sportwagenbauer verabschiedet sich von seiner bisherigen Elektro-Strategie und verkleinert das Händlernetz im einstigen Wachstumsmarkt China drastisch. Während die operative Marge auf einen Bruchteil zusammengeschmolzen ist, signalisieren erste Analysten weiterhin Vertrauen in den neuen Kurs.

Milliarden-Abschreibung für neue Ausrichtung

Die Ausgangslage für den neuen Konzernchef ist ernst. Im Jahr 2025 stürzte die operative Umsatzrendite von 14,1 Prozent auf lediglich 1,1 Prozent ab. Dieser fundamentale Einschnitt spiegelt sich auch am Aktienmarkt wider, wo der Kurs zuletzt bis auf das 52-Wochen-Tief bei 36,30 Euro abrutschte. Als direkte Reaktion vollzieht das Unternehmen eine bemerkenswerte Kehrtwende beim Antrieb. Die geplante vollelektrische Fahrzeugplattform für das nächste Jahrzehnt wurde komplett gestrichen.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Porsche AG?

Dieser strategische Schnitt verursacht allein Abschreibungskosten von 2,4 Milliarden Euro. Stattdessen verlängert der Autobauer die Laufzeit von Verbrenner- und Hybridangeboten. Modelle wie der 718 und der Cayenne sollen nun als neue Verbrenner- und Plug-in-Hybrid-Varianten im Portfolio bleiben.

China-Rückzug und Analysten-Ziele

Auch geografisch richtet sich der Konzern neu aus. In China fielen die Auslieferungen von einst knapp 95.700 Fahrzeugen im Jahr 2021 auf nur noch 42.000 Einheiten. Um dem Preis- und Technologiedruck durch lokale Hersteller zu begegnen, halbiert Porsche das dortige Händlernetz bis Ende 2026 auf 80 Standorte. Die Strategie lautet nun Wert vor Volumen, was eine höhere Preisdisziplin bei geringerer Präsenz bedeutet.

Trotz dieser tiefgreifenden Einschnitte behält die US-Bank JPMorgan nach einem Treffen mit dem Management ihre positive Einschätzung bei. Analyst Jose M. Asumendi bestätigte das Rating "Overweight" und verwies auf die übermittelten Botschaften tiefgreifender Veränderungen. Insgesamt zeigt sich bei den Experten ein gemischtes Bild für die weitere Kursentwicklung:

  • JPMorgan: 50 Euro
  • Deutsche Bank: 45 Euro
  • Jefferies: 41 Euro
  • RBC: 39 Euro

Für das laufende Geschäftsjahr 2026 rechnet das Management weiterhin mit herausfordernden Marktbedingungen, intensivem Preiswettbewerb und geopolitischen Unsicherheiten. Das Ziel ist eine leichte Erholung der operativen Umsatzrendite auf 5,5 bis 7,5 Prozent bei einem Umsatz von rund 35 bis 36 Milliarden Euro. Den ersten konkreten Test für die umgesetzten Restrukturierungsmaßnahmen liefern die Quartalszahlen am 29. April 2026. An diesem Termin wird CEO Leiters erstmals die Analystenkonferenz leiten und die finanzielle Entwicklung des ersten Jahresviertels präsentieren.

Porsche AG-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Porsche AG-Analyse vom 23. März liefert die Antwort:

Die neusten Porsche AG-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Porsche AG-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Porsche AG: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...