Ein Betrug mit gefälschten Prozessoren, der tiefer in die Lieferkette reicht als zunächst angenommen — und AMD zwingt nun zum juristischen Gegenschlag. Nach dem chinesischen Hersteller Chuwi ist jetzt auch Ninkear in den Skandal verwickelt. Beide Marken verkauften Laptops mit einem älteren Ryzen 5 5500U, obwohl der neuere Ryzen 5 7430U beworben wurde.

Täuschung auf Firmware-Ebene

Was den Fall besonders brisant macht: Es handelt sich nicht um einen schlichten Etikettierungsfehler. Die Firmware der betroffenen Geräte wurde so manipuliert, dass gängige Diagnosetools wie CPU-Z oder AIDA64 fälschlicherweise den Ryzen 5 7430U anzeigen. Nur über Taktfrequenz und Codename lässt sich der Schwindel entlarven — beide verweisen eindeutig auf den Ryzen 5 5500U mit der älteren Zen-2-Architektur. Laut Heise ist der verbaute Chip insgesamt rund 15 Prozent langsamer als das beworbene Modell.

Beide betroffenen Geräte stammen vom selben Hersteller: Emdoor Digital, ein ODM aus Shenzhen. Das verlagert den Verdacht weg von den Laptop-Marken selbst und hin zum gemeinsamen Platinenhersteller. Sollte der Betrug tatsächlich auf dieser Ebene der Lieferkette entstanden sein, wären Chuwi und Ninkear eher Opfer als alleinige Täter.

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AMDs Reaktion und der Marktdruck

AMD reagierte schnell. Das Unternehmen distanzierte sich öffentlich von den gemeldeten Praktiken, betonte, dass solche Maßnahmen nicht genehmigt wurden, und behält sich rechtliche Schritte vor. Die Erklärung richtet sich erkennbar an Handelspartner und Endkunden — AMD will klarstellen, dass die Einhaltung seiner Produktbezeichnungen für OEM-Partner keine Empfehlung, sondern eine Pflicht ist.

Chuwi kündigte am 18. März 2026 ein vollständiges Rückruf- und Erstattungsprogramm für betroffene Geräte an. Der Hongkonger Distributor Hornington bietet nach eigener Überprüfung ebenfalls vollständige Rückerstattungen an.

Kurs unter Druck

An der Börse sorgte AMDs Statement am Donnerstag zunächst für leichten Auftrieb. Doch der Aktienkurs steht seit Wochen unter einem anderen Vorzeichen: Bereits am 20. März fiel die Aktie um rund drei Prozent unter die viel beachtete 200-Dollar-Marke. Auslöser waren Berichte über mögliche Produktionsverzögerungen bei der KI-Plattform Helios mit dem MI455X-Beschleuniger — ein Rückschlag, der schwerer wiegt als der Fälschungsskandal selbst. Aktuell notiert die Aktie bei rund 174 Euro und damit deutlich unterhalb ihres 50-Tage-Durchschnitts.

Mit dem Skandal, der nun eine zweite Marke erfasst und auf einen gemeinsamen ODM hindeutet, steigt der Druck auf die gesamte Branche, die Lieferketten bei Budget-Laptops systematisch zu überprüfen. AMD hat mit seiner juristischen Ankündigung signalisiert, dass es Verantwortlichkeit auf jeder Stufe der Vertriebskette einfordern wird.

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