Milliardenabschreibungen auf Elektro-Pläne und hohe US-Zölle haben den operativen Gewinn von Porsche im abgelaufenen Jahr fast vollständig ausradiert. Als Reaktion auf das katastrophale Zahlenwerk zieht CEO Michael Leiters nun die Reißleine. Ein radikaler Strategiewechsel soll den Luxusautobauer zurück in die Spur bringen – inklusive eines harten Einschnitts im einstigen Kernmarkt China.

Die Zahlen des Geschäftsberichts 2025 lesen sich wie eine Zäsur. Der operative Gewinn brach um über 90 Prozent auf magere 413 Millionen Euro ein. Verantwortlich für dieses Debakel sind außerordentliche Belastungen von fast vier Milliarden Euro. Allein die Aufgabe einer neuen vollelektrischen Fahrzeugplattform kostete rund 2,4 Milliarden Euro. Hinzu kamen Wertminderungen im Batteriegeschäft und hohe US-Zollkosten. Anleger reagierten prompt auf die anhaltende Schwächephase: Die Aktie markierte heute bei 36,26 Euro ein neues 52-Wochen-Tief und summierte das Minus seit Jahresbeginn auf über 23 Prozent. Auch die Dividende wird als Konsequenz signifikant auf rund einen Euro je Papier gekürzt.

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Rolle rückwärts bei der Antriebsstrategie

Um die operative Umsatzrendite von zuletzt mickrigen 1,1 Prozent wieder in zweistellige Sphären zu hieven, skizziert Leiters die „Strategie 2035“. Der Fokus verschiebt sich klar in Richtung margenstärkerer Ultra-Luxussegmente oberhalb der aktuellen Sportwagen und des Cayenne. Gleichzeitig korrigiert das Management die bisherige Elektro-Euphorie. Die Markteinführung bestimmter vollelektrischer Modelle verschiebt sich nach hinten. Stattdessen verlängert Porsche das Angebot von Verbrenner- und Hybridmodellen, wobei bis Ende 2026 neue Varianten des 718 und Cayenne auf den Markt rollen sollen.

Kahlschlag in China und Stuttgart

Besonders drastisch fällt der Umbau in Asien aus. Nach einem Absatzeinbruch von 26 Prozent halbiert das Unternehmen bis Ende 2026 sein chinesisches Händlernetz auf rund 80 Standorte. Auch eigene Ladestationen werden schrittweise abgeschaltet. Einheimische Marken haben europäische Hersteller im Luxussegment bei Technologie und Preis zunehmend verdrängt. Porsche reagiert mit dem Prinzip „Value over Volume“ – weniger Präsenz, dafür mehr Preisdisziplin. Dieser Sparkurs trifft auch die Heimat: In der Region Stuttgart fallen bis 2029 rund 1.900 Stellen weg, nachdem bereits Tausende befristete Verträge nicht verlängert wurden.

Für das laufende Jahr rechnet das Management weiterhin mit starkem Gegenwind und plant lediglich eine operative Rendite zwischen 5,5 und 7,5 Prozent ein. Erste konkrete Belege, ob der harte Fokus auf das Ultra-Luxussegment und die Abkehr vom reinen E-Kurs erste operative Früchte tragen, liefert der 29. April. An diesem Datum präsentiert der Konzern seine Ergebnisse für das erste Quartal.

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