Halbiertes Händlernetz in China, eine aufgegebene Elektrofahrzeugplattform und außerordentliche Belastungen von knapp vier Milliarden Euro — Porsche AG hat 2025 einen radikalen Schnitt vollzogen. Die Frage ist nicht mehr, ob der Umbau schmerzt, sondern ob die neue Strategie trägt.

China: Vom Rekordmarkt zur Rückzugsregion

Der Absturz im wichtigsten Wachstumsmarkt der vergangenen Dekade ist bemerkenswert. Noch 2021 lieferte Porsche knapp 95.700 Fahrzeuge in China aus. Im vergangenen Jahr waren es noch 42.000 — ein Rückgang von 26 Prozent. Chinesische Hersteller verdrängen europäische Anbieter zunehmend bei Technologie und Preis, das Luxussegment bleibt unter Druck.

Die Antwort des Unternehmens ist eindeutig: Das Händlernetz wird bis Ende 2026 von 150 auf 80 Standorte halbiert. Rund 200 eigene Ladestationen werden schrittweise abgebaut. Das Prinzip dahinter — intern „Value over Volume" genannt — setzt auf Preisdisziplin statt Marktpräsenz.

Elektrostrategie neu kalibriert

Parallel vollzieht Porsche eine bemerkenswerte Kurskorrektur bei der Elektromobilität. Die ursprünglich geplante vollelektrische Fahrzeugplattform für das nächste Jahrzehnt wurde gestrichen — Abschreibungskosten von 2,4 Milliarden Euro allein für diesen Schritt. Stattdessen verlängert das Unternehmen die Laufzeiten von Verbrenner- und Hybridmodellen. Bis Ende 2026 sollen der 718 und der Cayenne als neue Verbrenner- und Plug-in-Hybrid-Varianten folgen.

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Die Gesamtrechnung für 2025 fällt entsprechend aus: Außerordentliche Belastungen von rund 3,9 Milliarden Euro ließen die operative Marge der Automobilsparte von 14,5 auf 0,3 Prozent einbrechen. Der Konzernumsatz lag bei 36,27 Milliarden Euro.

Leiters' erste Bewährungsprobe

CEO Michael Leiters, seit Januar im Amt, hat mit seiner „Strategy 2035" flachere Hierarchien und den Fokus auf höhermargige Segmente ausgerufen. Für 2026 erwartet Porsche eine operative Konzernumsatzrendite von 5,5 bis 7,5 Prozent bei einem Umsatz von rund 35 bis 36 Milliarden Euro — deutlich besser als 2025, aber noch weit vom früheren Niveau entfernt. CFO Jochen Breckner warnt zudem vor weiteren Einmaleffekten im hohen dreistelligen Millionenbereich.

Bernstein-Analyst Stephen Reitman benennt die entscheidende Hürde: ob Leiters einen glaubwürdigen Weg zurück in den zweistelligen Margenbereich skizzieren kann. Immerhin stieg der Automotive-Netto-Cashflow trotz des Ergebniseinbruchs — ein Hinweis darauf, dass der operative Kern stabiler ist, als die Gewinn-und-Verlust-Rechnung vermuten lässt. Auch Kepler Cheuvreux deutet an, dass der Ertragszyklus seinen Tiefpunkt möglicherweise bereits erreicht hat.

Die Aktie notiert derzeit auf ihrem 52-Wochen-Tief von 36,30 Euro — rund 30 Prozent unter dem Jahreshoch vom März 2025. Den ersten konkreten Test für die neue Strategie liefern die Q1-Zahlen am 29. April 2026, wenn Leiters erstmals als CEO die Analystenkonferenz bestreitet.

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