Das teuerste Auslandsprojekt in der Geschichte von BASF fordert mehr Geduld als erwartet. Vorstandschef Markus Kamieth räumte am Wochenende ein, dass das neue Verbundwerk im chinesischen Zhanjiang später profitabel arbeiten wird als ursprünglich geplant. Verantwortlich dafür sind vor allem anhaltende Überkapazitäten und historisch niedrige Margen auf dem asiatischen Markt, die den Start der Milliardenanlage spürbar bremsen.

Strategisches Festhalten am Großprojekt

Trotz der widrigen Umstände verteidigt die Konzernführung die bis zu 10 Milliarden Euro schwere Investition vehement. Ein Rückzug aus dem chinesischen Markt, der rund die Hälfte des globalen Chemiemarktes ausmacht, würde die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der BASF deutlich schwächen und wiegt für das Management schwerer als die aktuellen Anlaufverluste. Asien-Vorstand Stephan Kothrade betonte, dass die Produktion am Standort zwar langsamer hochfahre, BASF aber selbst auf dem aktuell gedrückten Preisniveau konkurrenzfähig bleibe.

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Vorsichtiger Ausblick trifft auf schwachen Kurs

Die Zurückhaltung spiegelt sich auch in der Gesamtprognose für das laufende Jahr wider. Für 2026 rechnet der DAX-Konzern mit einem operativen Ergebnis (EBITDA) vor Sondereinflüssen zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro. Verglichen mit den 6,6 Milliarden Euro aus dem Vorjahr stellt sich das Management auf eine bestenfalls leicht positive Entwicklung ein, getragen von den Segmenten Nutrition & Care sowie Chemicals.

Am Aktienmarkt sorgten diese gedämpften Aussichten zuletzt für Verkaufsdruck. Mit einem Schlusskurs von 45,34 Euro am Freitag verzeichnete das Papier auf Wochensicht ein Minus von 6,23 Prozent und rutschte damit unter die 50-Tage-Linie.

Kapitalmaßnahmen als Ausgleich

Als Gegengewicht zu den operativen Herausforderungen setzt BASF auf verlässliche Ausschüttungen. Der Hauptversammlung am 30. April wird eine Dividende von 2,25 Euro je Anteilsschein vorgeschlagen. Parallel dazu stützt das Unternehmen den Kurs durch fortlaufende Aktienrückkäufe. Allein in der zweiten Märzwoche erwarb der Konzern knapp 900.000 eigene Papiere im Rahmen des bis 2028 laufenden, vier Milliarden Euro schweren Rückkaufprogramms.

Eine nachhaltige Trendwende für den Aktienkurs erfordert nun handfeste Signale aus Asien. Solange der Importdruck in Europa hoch bleibt und die Überkapazitäten im chinesischen Chemiesektor nicht abgebaut werden, deckeln die schwierigen geopolitischen Rahmenbedingungen das Aufwärtspotenzial des Papiers. Die für den 6. Mai geplante Dividendenzahlung sichert Anlegern bis zu einer möglichen fundamentalen Erholung zumindest einen festen Rückfluss.

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