Am 23. März 2026 reichte die Anwaltskanzlei Hagens Berman eine zweite Sammelklage wegen Wertpapierbetrugs gegen PayPal ein. Das verschärft den rechtlichen Druck auf das Unternehmen erheblich — und auf einen neuen CEO, der gerade erst seinen Job angetreten hat.

Was hinter den Klagen steckt

Beide Klagen — neben Hagens Berman hatte bereits Kessler Topaz Meltzer & Check eine separate Klage eingereicht — richten sich gegen denselben Zeitraum: vom 25. Februar 2025 bis zum 2. Februar 2026. Im Kern werfen die Kläger PayPal vor, Anleger über die Erreichbarkeit der Finanzziele für 2027 getäuscht zu haben.

Konkret geht es um drei Punkte: Die Vertriebsorganisation sei nicht in der Lage gewesen, die ambitionierten Wachstumspläne umzusetzen. Das Kernprodukt Branded Checkout habe im Wettbewerb mit Apple Pay und anderen an Boden verloren. Und die 2025 kommunizierten Mittelfristziele seien unter den damaligen operativen Bedingungen schlicht nicht erreichbar gewesen.

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Die Konsequenzen zeigten sich am 3. Februar 2026: PayPal gab den sofortigen Abgang von CEO Alex Chriss bekannt, zog die 2027-Ziele zurück und räumte ein, dass die Umsetzung bei Branded Checkout hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei. Die Aktie verlor an diesem Tag rund 10 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung — der Kurs fiel von 52,33 auf 41,70 Dollar. Gleichzeitig verfehlte PayPal mit einem Q4-Umsatz von 8,68 Milliarden Dollar die Konsensschätzung von 8,82 Milliarden Dollar.

Neuer Chef, offene Baustellen

Seit dem 1. März 2026 führt Enrique Lores das Unternehmen — zuvor CEO bei HP. Der Vorstand hat ihm „Fokus und Umsetzung" als Prioritäten mitgegeben. Bis zum 20. April 2026 können sich Anleger in beiden Klagen als Lead Plaintiff bewerben.

Parallel versucht PayPal, mit seiner Kryptostrategie Akzente zu setzen: Der Dollar-Stablecoin PYUSD wurde auf 70 Märkte ausgeweitet, Venmo erhielt seinen ersten globalen Rollout in 90 Ländern, und die Kryptobörse Bybit EU integrierte PayPal als Fiat-Zahlungsoption unter dem EU-Regulierungsrahmen MiCA. Zudem wurde PayPal im Evident AI Index 2026 als globaler Spitzenreiter bei KI-Talenten ausgezeichnet — 18 Prozent der erfassten KI-Fachkräfte arbeiten demnach bei PayPal.

Auf das Anlegervertrauen haben diese Entwicklungen bislang wenig Einfluss. Die Aktie notiert aktuell rund 42 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch und bleibt damit deutlich unter Druck. Mit dem Ablauf der Lead-Plaintiff-Frist am 20. April dürfte das Thema in den kommenden Wochen nicht aus den Schlagzeilen verschwinden.

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