Seit Anfang März lenkt Enrique Lores die Geschicke des Zahlungsdienstleisters. Der neue CEO übernimmt in einer schwierigen Phase und setzt für den erhofften Turnaround voll auf Künstliche Intelligenz. Während die Konkurrenz im mobilen Bezahlen enteilt, soll ein strategischer Schwenk hin zu autonomen KI-Transaktionen das Ruder herumreißen.

Lores, der zuvor den Technologiekonzern HP leitete und bereits seit fünf Jahren im PayPal-Verwaltungsrat sitzt, sieht erhebliches ungenutztes Potenzial im Konzern. Die Dringlichkeit für Veränderungen spiegelt sich in der jüngsten Kursentwicklung wider. Mit einem aktuellen Kurs von 37,41 Euro und einem Minus von rund 43 Prozent auf Zwölf-Monats-Sicht steht das Papier deutlich unter Druck. Ein Hauptgrund für die Schwäche ist der intensive Wettbewerb. In den USA dominiert Apple Pay den Markt für mobile Wallets mit einem Anteil von 55 Prozent, während PayPal und Venmo zusammen nur auf 30 Prozent kommen. Gleichzeitig gewinnen Rivalen wie Stripe und Adyen bei der reinen Zahlungsabwicklung stetig Marktanteile.

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KI-Talente und neue Geschäftsmodelle

Um sich gegen diese Konkurrenz zu behaupten, wandelt sich PayPal vom reinen Zahlungsabwickler zu einer breiteren Handelsplattform. Ein zentraler Baustein ist der sogenannte "Agentic Commerce" – KI-gesteuerte Systeme, die eigenständig Transaktionen für Nutzer ausführen. Ein erstes konkretes Projekt startet im zweiten Quartal 2026. In Zusammenarbeit mit dem Reisesoftware-Anbieter Sabre und der KI-Plattform Mindtrip bringt PayPal einen intelligenten Reiseassistenten auf den Markt. Dieser bündelt Flug- und später Hotelbuchungen in einem einzigen, automatisierten Prozess. PayPal liefert dabei die Infrastruktur für die Identitätsprüfung und die Zahlungsabwicklung.

Die technologische Basis für solche Vorstöße ist im Unternehmen tief verankert. Im jüngsten Evident AI Index für die Zahlungsbranche belegt PayPal den ersten Platz bei KI-Talenten und beschäftigt weltweit über 4.000 Spezialisten in diesem Bereich. Im Gesamtranking reicht es hinter den etablierten Kreditkartenriesen Visa und Mastercard für den dritten Platz. Das Unternehmen verantwortet fast ein Viertel aller dokumentierten KI-Anwendungsfälle der Branche in den letzten zwei Jahren.

Fokus auf Umsetzung

Für den neuen CEO geht es nun darum, diese technologischen Ressourcen in profitables Wachstum umzumünzen und klare Prioritäten zu setzen. Investoren richten ihren Blick auf die Markteinführung des Reiseassistenten im kommenden Quartal. Die Akzeptanz dieses Produkts wird ein erster Gradmesser dafür sein, ob die Neuausrichtung hin zu KI-gestützten Handelsplattformen die rückläufigen Marktanteile im klassischen Checkout-Geschäft kompensieren kann.

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