Eine überraschende Wende in der US-Handelspolitik sorgt am Kupfermarkt für Bewegung. Während ein schwächelnder US-Dollar den Rohstoffpreis stützt, kämpft der Markt gleichzeitig mit den höchsten Lagerbeständen seit über 20 Jahren. Kann die Währungshoffnung das physische Überangebot dauerhaft ausgleichen?

Der US Supreme Court hat die geplanten reziproken Zölle der Regierung abgelehnt und stattdessen den Weg für eine globale Abgabe von 10 bis 15 Prozent geebnet. Diese Entscheidung belastet den US-Dollar, was Kupfer für Käufer aus anderen Währungsräumen attraktiver macht. In der Folge näherten sich die Terminkontrakte an der London Metal Exchange (LME) zuletzt der Marke von 13.000 US-Dollar pro Tonne an.

Rekordbestände drücken auf den Spotpreis

Doch die politische Unterstützung stößt auf reale Grenzen. Mit einem aktuellen Kurs von 5,83 USD verzeichnet Kupfer heute ein leichtes Minus von 0,63 %. Ein wesentlicher Grund für die gedämpfte Stimmung ist die physische Marktlage: Die globalen Lagerbestände sind auf den höchsten Stand seit 2003 geklettert. In Verbindung mit einer verhaltenen industriellen Nachfrage begrenzt dieses massive Überangebot das kurzfristige Potenzial, auch wenn die Notierung seit Jahresbeginn mit 2,37 % im Plus liegt.

Zusätzlich warten Investoren derzeit auf die Rückkehr der chinesischen Händler aus den Neujahrsferien. Da China der weltweit größte Importeur ist, erhofft sich der Markt hier wichtige Impulse für die physische Nachfrage, um den jüngsten Kursrückgang von 1,76 % über die letzten 30 Tage abzufedern.

Infrastruktur als struktureller Flaschenhals

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In den USA zeigt sich zudem ein erhebliches Verarbeitungsdefizit. Zwar fördert das Land reichlich Kupfererz, doch es mangelt an Schmelz- und Raffineriekapazitäten, um den Rohstoff für die Batterie- und Netzindustrie zu veredeln. Die US-Regierung plant daher bereits ein Preisboden-System für kritische Mineralien, um die heimische Produktion abzusichern und internationale Abhängigkeiten zu reduzieren.

Langfristiger Trend bleibt intakt

Trotz der kurzfristigen Lageraufbauten bleibt die fundamentale Story durch die Energiewende und den KI-Boom stabil. S&P Global prognostiziert bis zum Jahr 2040 eine globale Kupferknappheit von 10 Millionen Tonnen. Wie lukrativ das Geschäft bereits heute ist, zeigen die jüngsten Zahlen des Bergbaugiganten BHP: Erstmals überholte dort die Kupfersparte das Eisenerz-Segment als wichtigster Ertragstreiber und steuerte rund 51 % zum operativen Ergebnis bei.

Kurzfristig bleibt das Aufwärtspotenzial durch das hohe Angebot jedoch gedeckelt. Solange die Lagerbestände nahe ihrer Rekordmarken verharren, dürfte ein nachhaltiger Ausbruch über das 52-Wochen-Hoch von 6,28 USD schwierig werden. Erst eine deutliche Belebung der globalen Industriekonjunktur könnte das aktuelle Überangebot abbauen und den Kurs dauerhaft stützen.

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