Der Software-Gigant Oracle befindet sich in einem Abwärtsstrudel historischen Ausmaßes. Was als ehrgeizige Wette auf die künstliche Intelligenz begann, wandelt sich für Anleger zunehmend zur Belastungsprobe. Während das Unternehmen Milliarden in die Infrastruktur pumpt, reagiert der Markt mit dem schärfsten Ausverkauf seit über zwei Jahrzehnten. Im Zentrum der Skepsis stehen die gewaltigen Kosten für den KI-Ausbau und deren Finanzierung.

Schlimmste Serie seit 2002

Die Aktie markierte am Donnerstag den achten Verlusttag in Folge und schloss bei 136,48 USD. In dieser kurzen Zeitspanne hat das Papier gut 25 Prozent an Wert eingebüßt. Eine solch negative Serie verzeichnete das Unternehmen zuletzt im Mai 2002. Der Absturz verdeutlicht die massive Korrektur: Vom Hoch im September, das noch von der Euphorie um einen 300-Milliarden-Dollar-Deal mit OpenAI getragen wurde, ist der Kurs inzwischen rund 60 Prozent entfernt.

Kapitalbedarf verschreckt Anleger

Auslöser der jüngsten Verkaufswelle war die Ankündigung eines massiven Finanzierungsplans am Sonntag. Oracle plant, zwischen 45 und 50 Milliarden USD durch eine Kombination aus Schulden und neuen Aktien aufzunehmen.

Bereits am Montag schloss der Konzern eine Anleiheplatzierung über 25 Milliarden USD ab. Bis zu 20 Milliarden USD sollen zusätzlich durch Aktienverkäufe zum Marktpreis in die Kasse fließen. Zwar betonte das Management, über dieses Jahr hinaus keine weiteren Schulden aufnehmen zu wollen, doch der Markt fürchtet eine Verwässerung der bestehenden Anteile und eine Überlastung der Bilanz.

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Zweifel an der KI-Monetarisierung

Hinter dem enormen Kapitalbedarf steckt der aggressive Ausbau von Rechenzentren für Kunden wie OpenAI, xAI und Meta. Doch genau hier wachsen die Sorgen. Berichten der Financial Times zufolge versuchen Banken bereits, Projektfinanzierungskredite im Volumen von 56 Milliarden USD, die mit Oracle-Rechenzentren verbunden sind, weiterzuverkaufen, um ihre Risiken zu minimieren.

Analysten reagieren verhalten. Die Experten von Jefferies merkten an, dass der Finanzierungsplan Oracle zwar "Zeit kauft", um die KI-Ambitionen umzusetzen, dies jedoch kurzfristig auf die Margen drücken wird. Sie warnen, dass der Free Cashflow voraussichtlich erst im Geschäftsjahr 2029 wieder positiv werden könnte. Auch bei der Deutschen Bank sieht man zwar den Finanzierungsdruck kurzfristig gelindert, verweist aber auf die Skepsis der Investoren: Es bleibt unsicher, ob OpenAI seine Cloud-Verpflichtungen langfristig erfüllen und monetarisieren kann.

Breiter Software-Markt unter Druck

Die Schwäche von Oracle trifft auf ein ohnehin fragiles Marktumfeld. Der gesamte Software-Sektor erlebt derzeit eine breite Korrektur. Analyst Kirk Materne von Evercore ISI sieht aktuell "keine Entwarnung", da der Verkaufsdruck unvermindert anhält. Dies zeigt sich auch im iShares Expanded Tech-Software Sector ETF, der die schlechteste Acht-Tages-Performance seit fast sechs Jahren verzeichnete.

Die aggressive Finanzierungsstrategie verschafft Oracle zwar die nötigen Mittel für den Infrastrukturausbau, verschiebt den Zeitpunkt profitabler Rückflüsse jedoch weit in die Zukunft. Solange der Free Cashflow laut Analystenschätzungen bis zum Geschäftsjahr 2029 negativ bleiben könnte, dürften die Blicke der Anleger kritisch auf die operative Entwicklung und die Zahlungsfähigkeit der großen KI-Partner gerichtet bleiben.

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