Oracle Aktie: Rekordwachstum und Kostendruck
Oracle hat im dritten Quartal 2026 die stärksten Wachstumsraten seit über 15 Jahren erzielt. Ein genauerer Blick auf die jüngsten Pflichtmitteilungen offenbart jedoch die finanzielle Kehrseite der aggressiven KI-Transformation. Während die Auftragsbücher überquellen, rücken rasant steigende Umbaukosten und ein massiver Schuldenberg in den Fokus der Investoren.
Teurer Umbau trotz Rekordquartal
Das Softwareunternehmen präsentierte für das abgelaufene Quartal beeindruckende Zahlen. Mit einem Umsatz von 17,2 Milliarden US-Dollar und einem bereinigten Gewinn von 1,79 US-Dollar pro Aktie übertraf Oracle die Markterwartungen deutlich. Besonders das Cloud-Infrastruktur-Geschäft glänzte mit einem Plus von 84 Prozent.
Kurz nach dieser Erfolgsmeldung trübte eine behördliche Einreichung die Stimmung. Das Management korrigierte die erwarteten Restrukturierungskosten für das Geschäftsjahr 2026 von 1,6 auf 2,1 Milliarden US-Dollar nach oben. Diese Belastungen resultieren primär aus Abfindungen, da der Einsatz von KI-gestützten Tools zur Code-Generierung eine schlankere Belegschaft ermöglicht.
Volle Auftragsbücher erfordern Milliarden
Ein zentraler Lichtblick ist der enorme Auftragsbestand. Die vertraglich zugesicherten künftigen Einnahmen schossen im Jahresvergleich um 325 Prozent auf 553 Milliarden US-Dollar in die Höhe. Ein Großteil dieses Wachstums stammt aus umfangreichen KI-Verträgen. Die benötigte Hardware wird dabei oft durch Vorauszahlungen der Kunden finanziert oder direkt von diesen bereitgestellt.
Um die eigene Cloud-Infrastruktur für diese Aufträge auszubauen, benötigt der Konzern dennoch massiv frisches Kapital. Oracle plant, im laufenden Geschäftsjahr bis zu 50 Milliarden US-Dollar über Fremd- und Eigenkapital aufzunehmen. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang ein neues strategisches Detail: Nach der Abspaltung von ByteDance hält Oracle nun einen Anteil von 15 Prozent an TikTok US, inklusive eines Sitzes im Verwaltungsrat.
Analysten sehen Aufholpotenzial
Die aggressive Expansion fordert ihren Tribut in der Bilanz. Der Schuldenberg wuchs in der ersten Hälfte des aktuellen Geschäftsjahres auf 108,1 Milliarden US-Dollar an. Zudem generiert die Vermietung von Nvidia-Chips geringere Gewinnmargen als das klassische Software-Lizenzgeschäft, was sich in einem negativen freien Cashflow von 13,18 Milliarden US-Dollar in den letzten zwölf Monaten niederschlägt. Der aktuelle Kurs von 136,80 Euro spiegelt diese anhaltende Skepsis wider, zumal das Papier seit Jahresbeginn rund 18 Prozent an Wert verloren hat.
Dennoch werten Analysten das jüngste Zahlenwerk positiv. JPMorgan und Barclays hoben ihre Kursziele auf 210 beziehungsweise 240 US-Dollar an. Sie verweisen auf ein verbessertes Chance-Risiko-Verhältnis nach den Kursverlusten der vergangenen Monate und die anhaltend hohe Nachfrage nach KI-Infrastruktur.
Die strategische Neuausrichtung treibt das Umsatzwachstum spürbar an. Die konkrete Aufgabe für das Management besteht nun darin, den massiven Auftragsbestand in den kommenden Quartalen in tatsächliche Erlöse umzuwandeln. Gelingt dies bei gleichzeitig stabilen Margen, lässt sich der immense Kapitalaufwand für den Ausbau der Rechenzentren fundamental rechtfertigen.
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