Oracle hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 Rekordergebnisse geliefert — und trotzdem steht der Kurs seit Jahresbeginn rund 19% im Minus. Der Grund: Die aggressive Expansion ins KI-Geschäft kostet enorm viel Geld und belastet die Bilanz spürbar.

Rekordwachstum mit Schattenseiten

Erstmals seit mehr als 15 Jahren wuchsen Umsatz und Gewinn je Aktie gleichzeitig um mehr als 20% im Jahresvergleich. Der bereinigte Umsatz erreichte 17,19 Milliarden Dollar und übertraf damit die Analystenerwartungen von 16,89 Milliarden. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 1,79 Dollar ebenfalls über dem Konsens von 1,70 Dollar.

Das stärkste Wachstum kommt aus der Cloud-Infrastruktur: Der Umsatz in diesem Segment stieg um 84% auf knapp 4,9 Milliarden Dollar. Besonders auffällig ist der Anstieg der Multi-Cloud-Datenbankumsätze um 531%. Die vertraglich gesicherten künftigen Erlöse — sogenannte Remaining Performance Obligations — kletterten auf 553 Milliarden Dollar, ein Plus von 325% gegenüber dem Vorjahr.

Expansion auf Pump

Die Kehrseite des Wachstums zeigt sich in der Finanzstruktur. Oracle hat 25 Milliarden Dollar neue Schulden aufgenommen; die langfristigen Verbindlichkeiten belaufen sich mittlerweile auf rund 124,7 Milliarden Dollar. Der freie Cashflow der vergangenen zwölf Monate ist mit minus 24,7 Milliarden Dollar tief negativ — Folge der massiven Investitionen in Rechenzentren für KI-Anwendungen. Für das Gesamtjahr 2026 plant Oracle Kapitalausgaben von 50 Milliarden Dollar.

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Gleichzeitig kündigte das Management einen Stellenabbau von 12% bis 18% an, was den Wegfall von rund 20.000 bis 30.000 Stellen bedeutet.

Ausblick und Analystenstimmen

Guggenheim-Analysten sehen die aktuelle Cashflow-Belastung als temporär: Sie erwarten, dass die gebuchten Auftragsbestände ab den Geschäftsjahren 2029 oder 2030 in operative Einnahmen umschlagen und dann einen deutlichen freien Cashflow generieren könnten. JPMorgan stufte die Aktie zuletzt auf „Overweight" hoch und setzte ein Kursziel von 210 Dollar, Barclays liegt mit 240 Dollar etwas höher. Der Analystenkonsens liegt bei einem durchschnittlichen Kursziel von 268,06 Dollar.

Für das vierte Quartal 2026 erwartet Oracle ein Umsatzwachstum von 19% bis 21%, der Cloud-Umsatz soll um 46% bis 50% zulegen. Den Gesamtumsatz für das Geschäftsjahr 2027 peilt das Management bei 90 Milliarden Dollar an — ein ambitioniertes Ziel, das die Märkte offenbar noch nicht vollständig einpreisen.

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