Oracle hat mit seinen jüngsten Quartalszahlen die Erwartungen der Wall Street deutlich übertroffen und die stärksten Wachstumsraten seit über 15 Jahren erzielt. Ein massiver Anstieg der Cloud-Erlöse und ein prall gefülltes Auftragsbuch verlagern den Fokus der Anleger auf die Rolle des Unternehmens als zentraler Akteur im Bereich der KI-Infrastruktur. Die Sorgen um die Finanzierbarkeit von Großkunden scheinen durch die neuen Daten vorerst in den Hintergrund zu rücken.

Cloud-Wachstum treibt das Geschäft

Verantwortlich für die positive Marktreaktion ist vor allem das florierende Cloud-Geschäft. Die viel beachtete Infrastruktur-Sparte verzeichnete im abgelaufenen Quartal einen Umsatzsprung von 84 Prozent auf 4,9 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen deutlich. Neue Großkunden wie Lockheed Martin und SoftBank unterstreichen die hohe Nachfrage nach Rechenleistung. Insgesamt kletterte der Konzernumsatz um 22 Prozent, während der Nettogewinn auf 3,72 Milliarden US-Dollar anstieg.

Ein zentraler Treiber für den künftigen Ausblick ist der Auftragsbestand. Die noch nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen (RPO) stiegen im Jahresvergleich um 325 Prozent auf 553 Milliarden US-Dollar. Das Management erklärte, dass dieser Zuwachs primär aus großen KI-Verträgen resultiert, für die Oracle keine zusätzlichen Mittel aufbringen muss. Damit adressierte der Konzern direkte Bedenken des Marktes bezüglich der Zahlungsfähigkeit von Großkunden wie OpenAI, die einen erheblichen Teil dieses Bestands ausmachen.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Oracle?

KI verändert die Kostenstruktur

Neben dem Umsatzwachstum verändert Künstliche Intelligenz auch die interne Struktur des Softwarekonzerns. Durch den Einsatz von KI-Modellen zur Code-Generierung baut Oracle seine Entwicklerteams in kleinere Einheiten um und reduziert Arbeitsplätze. Diese Effizienzsteigerung ist ein wichtiger Hebel, da das Vermieten von Nvidia-Grafikchips geringere Gewinnmargen abwirft als das klassische Software-Lizenzgeschäft. Diese Dynamik spiegelt sich auch in einem negativen freien Cashflow von über 13 Milliarden US-Dollar in den vergangenen zwölf Monaten wider.

Um die immense Nachfrage zu bedienen, plant das Unternehmen den Aufbau von über 10 Gigawatt an Rechenleistung in den nächsten drei Jahren. Dieser Ausbau erfordert massives Kapital. Erst im Februar kündigte Oracle Finanzierungsmaßnahmen von bis zu 50 Milliarden US-Dollar an, wovon 30 Milliarden bereits über Anleihen und Vorzugsaktien eingesammelt wurden. Die Gesamtverschuldung stieg dadurch in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres auf über 108 Milliarden US-Dollar an.

Angehobene Prognosen für die kommenden Jahre

Das Management sieht die Nachfrage nach KI-Rechenleistung weiterhin deutlich über dem Angebot und passte die mittelfristigen Ziele entsprechend an:

  • Erwartetes Umsatzwachstum Q4: 18 bis 20 Prozent
  • Erwartetes Wachstum der Cloud-Sparte Q4: 44 bis 48 Prozent
  • Neues Umsatz-Ziel Geschäftsjahr 2027: 90 Milliarden US-Dollar
  • Bestätigte Quartalsdividende: 0,50 US-Dollar

Nach dem Kurssprung von zeitweise 15 Prozent zur Wochenmitte schloss die Aktie am Freitag bei 135,68 Euro. Mit dem Rekord-Auftragsbestand und der beschleunigten Cloud-Nachfrage geht Oracle mit starkem operativem Rückenwind in das vierte Geschäftsquartal. Die entscheidende Aufgabe für das Management besteht nun darin, die notwendigen und extrem hohen Kapitalausgaben für den Infrastrukturausbau mit der wachsenden Schuldenlast in Einklang zu bringen.

Oracle-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Oracle-Analyse vom 15. März liefert die Antwort:

Die neusten Oracle-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Oracle-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Oracle: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...