Oracle Aktie: Rekord trifft Klage
Oracles Quartalsbericht vom 10. März war der stärkste seit 15 Jahren — und trotzdem notiert die Aktie noch immer rund 50 Prozent unter ihrem September-Hoch. Hinter dieser Diskrepanz steckt mehr als nur Marktstimmung.
Zahlen, die überzeugen
Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 wuchs der Gesamtumsatz um 22 Prozent auf 17,2 Milliarden Dollar. Besonders das Cloud-Geschäft zog an: Die Cloud-Infrastruktur-Erlöse stiegen um 84 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar. Es war das erste Quartal seit über 15 Jahren, in dem sowohl der organische Gesamtumsatz als auch der bereinigte Gewinn je Aktie um mehr als 20 Prozent wuchsen.
Der vielleicht bedeutendste Datenpunkt war der Auftragsbestand: Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen — ein Maß für bereits vertraglich gesicherte, aber noch nicht erfasste Umsätze — erreichten 553 Milliarden Dollar, ein Anstieg von 325 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Großteil entfällt auf großvolumige KI-Verträge, bei denen Kunden entweder vorab zahlen oder eigene GPUs bereitstellen.
Für das Geschäftsjahr 2027 hebt Oracle die Umsatzprognose auf 90 Milliarden Dollar an. Im laufenden vierten Quartal erwartet das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 19 bis 20 Prozent sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 1,92 und 1,96 Dollar — deutlich über dem Konsensus von 1,70 Dollar.
Schulden und Klage als Gegengewicht
Um die Expansion zu finanzieren, hat Oracle im Februar angekündigt, bis zu 50 Milliarden Dollar über Fremd- und Eigenkapital aufzunehmen. Bereits 30 Milliarden Dollar wurden über Investment-Grade-Anleihen und Pflichtwandelanleihen eingesammelt, das Orderbuch war mehrfach überzeichnet. Trotz offizieller Ratings von Baa2 (Moody's) und BBB (S&P) handeln Oracles Anleihen im Sekundärmarkt inzwischen wie Hochzinsanleihen — ein Zeichen, dass Investoren die Schuldenlast kritisch einpreisen.
Parallel läuft eine Sammelklage wegen Wertpapierbetrugs. Die Kanzlei Kessler Topaz Meltzer & Check hat im Februar Klage eingereicht und wirft Oracle vor, Anleger zwischen Juni und Dezember 2025 mit falschen oder unvollständigen Angaben zur KI-Infrastruktur und den damit verbundenen Investitionsausgaben getäuscht zu haben. Konkret wird angeführt, dass Blue Owl wegen Bedenken über Oracles Ausgabenverpflichtungen und steigende Schulden aus einem Rechenzentrumsgeschäft ausstieg — woraufhin die Aktie am 17. Dezember 2025 um rund 5,4 Prozent fiel. Betroffene Anleger haben bis zum 6. April 2026 Zeit, sich als Hauptkläger zu melden.
Analysten sehen Aufholpotenzial
JPMorgan stufte Oracle nach den Quartalszahlen von „Neutral" auf „Overweight" hoch und setzte ein Kursziel von 210 Dollar. Analyst Mark Murphy verwies auf das verbesserte Chance-Risiko-Verhältnis nach dem Kursrückgang. Barclays erhöhte sein Kursziel auf 240 Dollar.
Aktuell notiert die Aktie bei rund 136 Euro und damit knapp 29 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Die fundamentale Dynamik zeigt klar nach oben — die rechtliche Unsicherheit und die aggressive Schuldenaufnahme bleiben vorerst die entscheidenden Gegenargumente.
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