Oracle Aktie: Milliarden-Finanzierung
Oracle greift tief in die Kapitalmärkte – und das gleich auf mehreren Ebenen. Der Tech-Konzern will rund 50 Milliarden Dollar einsammeln, um seine KI-Infrastruktur massiv auszubauen und Verpflichtungen gegenüber Partnern wie OpenAI zu erfüllen. Genau dieser Spagat sorgt jetzt für Nervosität: Fremdkapital kommt gut an, Aktionäre fürchten Verwässerung und weiter steigende Investitionen.
Rekord bei Anleihen – Druck bei Aktien
Am Freitag hat Oracle ein Finanzierungspaket geschnürt, das aus mehreren Bausteinen besteht. Der größte Block ist eine Anleiheemission über 25 Milliarden Dollar. Die Nachfrage war dabei außergewöhnlich: Das Orderbuch soll mehr als 129 Milliarden Dollar erreicht haben – laut Bericht der größte je gemessene Wert bei einer Unternehmensanleihe. Für Oracle ist das ein Signal, dass Anleiheinvestoren dem Konzern trotz steigender Verschuldung weiter Kreditwürdigkeit zutrauen.
Für Aktionäre sieht die Gleichung weniger angenehm aus. Denn zum Paket gehört auch der Verkauf von rund 20 Milliarden Dollar an Aktien über ein „At-the-market“-Programm sowie zusätzlich 5 Milliarden Dollar in Form verpflichtend wandelbarer Vorzugsaktien. Unterm Strich bedeutet das: Mehr Aktien (direkt oder künftig) treffen auf den Markt – und das erhöht den Verwässerungsdruck.
Warum Oracle jetzt so viel Geld braucht
Der Treiber hinter der Kapitaloffensive ist schlicht der Preis der KI-Ära: Rechenzentren. Oracle baut Kapazitäten in Gigawatt-Dimensionen auf, um die eigene KI-Strategie und Großkundenverträge bedienen zu können.
Besonders ins Gewicht fällt dabei der Auftragsbestand („Remaining Performance Obligations“, RPO). Oracle bezifferte diesen laut den Ergebnissen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 auf 455 Milliarden Dollar. Verankert ist das unter anderem durch eine nahezu 300 Milliarden Dollar schwere Fünfjahresvereinbarung mit OpenAI. Um solche Zusagen zu erfüllen, muss die Infrastruktur stehen – lange bevor die entsprechenden Umsätze vollständig realisiert sind.
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Ein zentraler Punkt für Investoren ist damit klar: Wie lange dauert es, bis die hohen CapEx-Ausgaben durch Erlöse und Cashflow „zurückverdient“ werden? Genau hier prallen derzeit Optimismus im Anleihemarkt und Skepsis im Aktienmarkt aufeinander.
Wichtige Eckdaten aus dem Bericht:
- Finanzierungspaket: ca. 50 Mrd. USD (Anleihen, Aktien, Pflichtwandler)
- Anleihe-Nachfrage: >129 Mrd. USD (Rekord-Orderbuch)
- Auftragsbestand (RPO): 455 Mrd. USD (Stand: Q1 GJ 2026)
- OpenAI-Vertrag: knapp 300 Mrd. USD über fünf Jahre
- Frist Sammelklage (Lead Plaintiff): 06. April 2026
Zusätzlich Gegenwind von Juristen
Parallel zur Finanzierung nehmen auch die rechtlichen Risiken zu. Mehrere Kanzleien haben Sammelklagen angekündigt – für Investoren, die zwischen dem 12. Juni 2025 und dem 12. Dezember 2025 gekauft haben. Der Vorwurf: Oracle habe Aussagen zur KI-Infrastrukturstrategie und zu den finanziellen Risiken der schnellen Expansion irreführend dargestellt.
Konkret geht es laut Beschwerden darum, dass das Ausmaß der Investitionen (CapEx) und deren potenzieller Effekt auf den Free Cashflow nicht ausreichend offengelegt worden sei – insbesondere bevor die dazugehörigen Umsätze sichtbar werden. Bis zum 06. April 2026 können Investoren beantragen, als Lead Plaintiff aufzutreten.
Zum Kursbild passt das angespannte Umfeld: Die Aktie hat in den vergangenen 30 Tagen rund 25,94% verloren und notiert damit deutlich unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Damit spiegelt der Markt vor allem eines wider: Die Finanzierung ist zwar gesichert – aber der Preis dafür (Verwässerung plus Investitionslast) steht jetzt im Mittelpunkt der Bewertung.
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