Der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach befindet sich in einer tiefgreifenden Umbauphase, doch im Hintergrund wurden Fakten geschaffen. Der chinesische Branchenriese ANTA Sports sichert sich fast 30 Prozent der Anteile – und das zu einem Preis, der weit über dem aktuellen Börsenkurs liegt. Ist das der erhoffte Vertrauensbeweis für die angeschlagene Marke vor den anstehenden Jahreszahlen?

  • Der Deal: ANTA erwirbt 29,06 % der Anteile für 1,5 Mrd. Euro.
  • Der Preis: 35 Euro je Aktie (bedeutender Aufschlag zum aktuellen Kurs).
  • Die Zahlen: Jahresbericht 2025 am 26. Februar erwartet (Verlustprognose).
  • Die Struktur: Neue Business Unit "Training" gegründet.

Einstieg mit massivem Aufschlag

Die Nachricht sorgt für Bewegung in der Aktionärsstruktur: ANTA Sports übernimmt das Aktienpaket der Groupe Artémis (Familie Pinault) und wird damit zum größten Einzelaktionär der Puma SE. Besonders bemerkenswert ist die Bewertung. Während die Aktie zuletzt bei 22,70 Euro notierte, bewertet die Transaktion das Unternehmen mit 35 Euro pro Anteilsschein.

Dieser deutliche Aufschlag gegenüber dem aktuellen Börsenwert signalisiert, dass der strategische Investor langfristiges Potenzial sieht, das der Markt derzeit noch nicht einpreist. Die Transaktion soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein. ANTA plant zwar Sitzplätze im Aufsichtsrat, hat jedoch ein vollständiges Übernahmeangebot vorerst ausgeschlossen.

Operativer Gegenwind und Finanzierung

Trotz des strategischen Einstiegs bleibt die operative Lage angespannt. Für das Geschäftsjahr 2025, dessen detaillierte Zahlen am 26. Februar 2026 veröffentlicht werden, hatte das Management bereits im Vorfeld einen währungsbereinigten Umsatzrückgang und einen EBIT-Verlust in Aussicht gestellt.

Um die Liquidität in dieser Phase zu sichern, wurden im Dezember 2025 eine Brückenfinanzierung über 500 Millionen Euro sowie weitere Kreditlinien vereinbart. Das Jahr 2026 wurde vom Vorstand als Übergangsjahr deklariert. Erst ab 2027 soll die Rückkehr zu profitablem Wachstum gelingen. Diese Perspektive spiegelt sich auch im Kursverlauf wider: Mit einem Abstand von über 25 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 30,29 Euro hat das Papier noch viel Boden gutzumachen, auch wenn die letzte Handelswoche mit einem Plus von 4,90 Prozent eine leichte Erholung zeigte.

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Umbau der Konzernstruktur

Parallel zur Veränderung im Aktionariat justiert Puma seine interne Aufstellung. Die bisher zusammengefassten Bereiche Running und Training wurden entkoppelt. Seit dem 2. Februar 2026 operiert "Training" als eigenständige Business Unit unter der Leitung von Marwin Hoffmann, einem ehemaligen Adidas-Manager.

Dieser Schritt soll das Wachstumspotenzial im Trainingssegment gezielter ausschöpfen. CEO Arthur Hoeld und Chief Brand Officer Maria Valdes sehen hier eine zunehmend wichtige globale Kategorie, die durch die neue Struktur mehr Fokus erhalten soll.

Ausblick

Der Einstieg von ANTA verschafft Puma zwar keine direkten liquiden Mittel, stabilisiert aber die Aktionärsstruktur mit einem branchenerfahrenen Partner. Kurzfristig richten sich alle Blicke auf den 26. Februar 2026. Anleger werden genau prüfen, wie hoch der Verlust 2025 tatsächlich ausfällt und ob der Ausblick für das "Übergangsjahr" 2026 konkreter gefasst wird. Entscheidend für eine nachhaltige Kurserholung wird sein, ob das Management glaubhaft darlegen kann, wie das Ziel der Profitabilität bis 2027 erreicht werden soll.

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