Evonik Aktie: Wende durch Verzicht
Evonik streicht die Dividende zusammen und passt die Kapitalstrategie grundlegend an. Was auf den ersten Blick negativ wirkt, entpuppt sich an der Börse als potenzieller Bodenbildungs-Katalysator. Statt abzustürzen, setzt die Aktie ihre jüngste Erholung vom Jahrestief fort – haben Anleger das schlimmste Szenario bereits eingepreist?
Die Fakten im Überblick
- Dividendenkürzung: Vorschlag von 1,00 Euro je Aktie für 2025 (-14 % zum Vorjahr).
- Neue Politik: Ausschüttungsquote künftig flexibler bei 40 bis 60 % des bereinigten Ergebnisses.
- Marktreaktion: Aktie erholt sich deutlich (+13,36 % auf 7-Tage-Sicht).
- Analysten-Split: Warburg sieht Potenzial bis 20,40 Euro, Goldman Sachs rät zum Verkauf.
Realismus statt Hoffnungsprinzip
Das Essener Management zieht die Konsequenzen aus einer enttäuschenden wirtschaftlichen Realität. Die für die zweite Jahreshälfte 2025 erhoffte Konjunkturbelebung blieb aus, was den Spielraum für Ausschüttungen verengte. Mit der Kürzung der Dividende auf 1,00 Euro und der Anpassung des Korridors auf 40 bis 60 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses verschafft sich der Spezialchemiekonzern finanzielle Luft.
Der Markt scheint diesen Schritt der Ehrlichkeit zu honorieren. Nachdem die Aktie noch am 20. Januar 2026 bei 12,62 Euro ein neues 52-Wochen-Tief markierte, kämpften sich die Notierungen zuletzt kräftig nach oben. Der aktuelle Kurs von 14,85 Euro zeigt, dass viele Marktteilnehmer die "Bad News" offenbar antizipiert hatten und nun die gewonnene Flexibilität begrüßen.
Analysten uneinig über die Folgen
Die Bewertung der strategischen Neuausrichtung spaltet die Expertenlager. Warburg Research wertet den Schritt neutral bis positiv („Hold“, Kursziel 20,40 Euro). Analyst Oliver Schwarz interpretiert die neue Dividendenpolitik auch als Signal, dass der Großaktionär RAG-Stiftung künftig weniger stark in die Kapitalallokation eingreifen könnte.
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Ganz anders die Lesart bei Deutsche Bank Research und Goldman Sachs. Hier dominieren die Sorgen um das operative Geschäft. Die Dividendenkürzung wird weniger als strategische Stärke, sondern als Symptom tiefgreifender struktureller Schwächen gesehen. Mit Kurszielen von 13,00 Euro (Deutsche Bank) und 11,60 Euro (Goldman Sachs) sehen diese Institute trotz der jüngsten Kurserholung kaum Aufwärtspotenzial und warnen vor anhaltend schwachen Trends.
Investitionen trotz Sparzwang
Trotz des schmaleren Budgets für Aktionäre hält Evonik an wichtigen Wachstumsprojekten fest. Der Fokus liegt auf dem Ausbau der Produktion von hydroxyl-terminiertem Polybutadien (HTPB), einem Basisstoff für Klebstoffe und Beschichtungen. Neben einer neuen Anlage in Asien wird das deutsche Werk in Marl erweitert.
Für Anleger ist hierbei der Zeithorizont entscheidend: Die Inbetriebnahme der Erweiterung in Marl ist erst für das zweite Quartal 2027 geplant. Der Konzern muss also eine Durststrecke überbrücken, bis diese Investitionen ergebniswirksam werden. Die Stabilisierung des Aktienkurses oberhalb der 50-Tage-Linie (13,39 Euro) deutet jedoch darauf hin, dass der Markt dem Management diesen Übergang aktuell zutraut.
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