Der größte Konzernumbau in der Geschichte von OMV steht unmittelbar vor dem Abschluss. Die Fusion zur Borouge Group International (BGI) soll noch vor Ende März vollzogen sein — und mit der Besetzung des Führungsgremiums hat der Prozess nun seine letzte Etappe erreicht.

Ein neues Schwergewicht der Petrochemie

Roger Kearns, derzeit CEO von NOVA Chemicals und seit über vier Jahrzehnten im Chemiesektor tätig, übernimmt den Vorstandsvorsitz der BGI. An seiner Seite sitzt unter anderem der frühere Lenzing-Chef Stefan Doboczky. Das operative Geschäft verantwortet Hasan Karam aus Abu Dhabi, einen permanenten CFO erwartet das Unternehmen bis Mai 2026. Interimistisch springt Borealis-Finanzchef Daniel Turnheim ein.

Die BGI wird ihren Sitz in Wien haben und von OMV und dem Abu Dhabi-Konzern ADNOC gleichberechtigt kontrolliert. Den Aufsichtsrat führt ADNOC-Chef Sultan Ahmed Al Jaber, OMV-Konzernchef Alfred Stern und Finanzvorstand Reinhard Florey sind ebenfalls in das Kontrollgremium entsandt.

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Mit dem Zusammenschluss von Borouge, Borealis und Nova Chemicals entsteht der viertgrößte Polyolefin-Produzent weltweit — mit einer Nennkapazität von 13,6 Millionen Tonnen in Europa, dem Nahen Osten und Nordamerika. Zusätzlichen Schub liefert der neue Produktionskomplex Borouge 4 in Abu Dhabi, dessen erste Anlage noch im laufenden Quartal anlaufen soll. Über die nächsten drei Jahre rechnet die BGI mit einem kumulierten Nettogewinn von rund 400 Millionen US-Dollar, was einer jährlichen Ergebnissteigerung von etwa zehn Prozent entspricht.

Dividende 2026 spürbar geringer

Die Transaktion hat ihren Preis. Um die Bilanz der BGI zu stärken, begrenzen OMV und ADNOC die BGI-Dividende für 2026 vorübergehend auf die Hälfte des ursprünglich geplanten Betrags. Für OMV-Aktionäre bedeutet das konkret: Der BGI-Beitrag zur Ausschüttung sinkt von 500 auf 250 Millionen US-Dollar, was die OMV-Dividende um rund 0,60 bis 0,70 Euro je Aktie belastet.

Dass der Konzern diesen Einschnitt verkraften kann, zeigen die jüngsten Segmentzahlen: Während das Energiegeschäft unter dem niedrigeren Ölpreis litt, legte das operative Ergebnis der Chemie-Division um 71 Prozent auf 784 Millionen Euro zu — ein deutlicher Hinweis, wie stark sich die Gewichte innerhalb des Konzerns bereits verschoben haben.

Der erste konkrete Prüfstein folgt am 9. April, wenn OMV das Trading Update für das erste Quartal veröffentlicht und dabei auch Aufschluss über den BGI-Vollzug geben wird. Über die Dividende entscheidet die Hauptversammlung am 27. Mai. Die Aktie selbst notiert auf einem 52-Wochen-Hoch und hat seit Jahresbeginn rund 27 Prozent zugelegt — der Markt scheint die Transformation bislang positiv zu bewerten.

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