Fünf Minuten Ladezeit für 60 Prozent Kapazität: BYD setzt mit dem Song Ultra EV neue Maßstäbe bei der Schnellladetechnik. Zur gleichen Zeit rollt in Chengdu die erste Serienbatterie für XPengs Flugauto vom Band. Während die chinesischen Hersteller ihr Produkttempo nochmals verschärfen, kämpfen die europäischen Vertreter mit Kursverlusten, Abschreibungen und regulatorischem Gegenwind.

BYD: Song Ultra setzt Flash-Charging als Standard

Der Marktstart des Song Ultra EV am 26. März markiert für BYD einen technologischen Meilenstein. Das mittelgroße Elektro-SUV kommt serienmäßig mit der zweiten Generation der Blade-Batterie und Flash-Charging-Technologie. Die Ladezeiten klingen nach Science-Fiction: Von 10 auf 70 Prozent in fünf Minuten, eine Vollladung auf 97 Prozent in neun Minuten.

Vier Varianten stehen zwischen 151.900 und 179.900 Yuan (rund 21.000 bis 24.800 US-Dollar) zur Wahl. Je nach Batterievariante — 68,4 oder 82,7 kWh — erreicht der Song Ultra CLTC-Reichweiten von 620 beziehungsweise 710 Kilometern. Bereits vor dem offiziellen Launch verzeichnete BYD über 21.500 Vorbestellungen seit dem 6. März.

Parallel treibt der Konzern seine Europa-Offensive voran. Der Atto 3 Evo basiert auf einer überarbeiteten 800-Volt-Architektur und bietet DC-Schnellladen mit bis zu 220 kW. In der Allradversion leistet das Modell 330 kW und 560 Nm. Die Expansion der Flash-Charging-Stationen auf Überseemärkte bis Ende 2026 wird zum Lackmustest dafür, ob BYDs Infrastruktur-Versprechen auch außerhalb Chinas trägt.

Nomura hält an einem Kaufrating mit Kursziel 132 HKD fest und betont das Potenzial der zweiten Blade-Battery-Generation für zusätzliche Zulieferverträge. Der Analystenkonsens von 27 Experten liegt bei einem Zwölfmonatsziel von 162,29 HKD — deutlich über dem aktuellen Niveau.

XPeng: Flugauto-Batterie geht in Serie

Die Grenzen zwischen Automobilhersteller und Luftfahrtunternehmen verschwimmen bei XPeng zunehmend. Am 25. März lief bei CALB in Chengdu die erste R46-Zylinderzellenbatterie vom Band — ein Aviatik-Akkusystem, das den XPENG ARIDGE X3-F antreiben soll, besser bekannt als „Land Aircraft Carrier".

Die Geschwindigkeit beeindruckt. Serientestproduktion und Mehrmaschinentestflüge wurden bereits am 5. März abgeschlossen. Aridge, XPengs Flugauto-Sparte, hat in einer neuen Finanzierungsrunde knapp 200 Millionen US-Dollar eingesammelt. Die historische Gesamtfinanzierung beläuft sich damit auf rund eine Milliarde Dollar — Rekord im asiatischen Sektor für bemannte Niedrigflug-Luftfahrt.

Massenproduktion und erste Auslieferungen sind noch für 2026 geplant, zu einem Endpreis von maximal zwei Millionen Yuan (circa 290.000 US-Dollar). Ob dieser Zeitplan hält, wird eine der meistbeobachteten Fragen im Sektor.

Am Boden liefert XPeng ebenfalls: Im vierten Quartal 2025 erzielte das Unternehmen erstmals einen positiven Nettogewinn von 380 Millionen Yuan. Die F&E-Ausgaben für das Gesamtjahr 2025 beliefen sich auf 9,5 Milliarden Yuan, wovon 4,5 Milliarden in KI flossen. An der Börse notiert die Aktie bei 15,50 Euro — rund 36 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch, aber mit einem mittleren Analystenkursziel von 27,18 US-Dollar und J.P. Morgans aggressivem Ziel von 50 US-Dollar weit über dem aktuellen Niveau.

Deutz AG: MDAX-Rückkehr trifft auf Kurskorrektur

Am 26. März läutete der Deutz-Vorstand die Eröffnungsglocke an der Deutschen Börse — eine symbolische Geste nach der MDAX-Wiederaufnahme zum 23. März. Die fundamentale Substanz stimmt: Der Auftragseingang stieg 2025 um 13,7 Prozent auf 2,078 Milliarden Euro, der Umsatz um 12,7 Prozent auf 2,044 Milliarden Euro. Das gelang trotz anhaltender Schwäche im klassischen Motorengeschäft.

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Für 2026 peilt der Kölner Motorenbauer einen Konzernumsatz von 2,3 bis 2,5 Milliarden Euro an, bei einer EBIT-Marge vor Sondereffekten von 6,5 bis 8,0 Prozent. Die Anfang Februar abgeschlossene Übernahme von Frerk Aggregatebau stärkt die Position im wachsenden Markt für Notstromsysteme in Rechenzentren.

Der Kurs erzählt eine andere Geschichte. Bei 8,32 Euro notiert die Aktie fast 23 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt und hat seit dem 52-Wochen-Hoch bei 12,46 Euro ein Drittel an Wert verloren. Warburg Research hob das Kursziel zwar von 11,50 auf 12,90 Euro an, doch der Markt wartet offenbar auf Bestätigung in Form konkreter Quartalszahlen. Das nächste Zwischenergebnis (Q1 2026) wird am 7. Mai erwartet, die Hauptversammlung folgt am 13. Mai.

Porsche AG: Abschreibungsjahr 2025 verdaut, Erholung in Sicht?

Ein Gewinn je Aktie von 0,47 Euro statt 3,94 Euro im Vorjahr — die Dimension des Einbruchs bei Porsche lässt sich in einer Zahl zusammenfassen. Eine Abschreibung von 3,9 Milliarden Euro drückte das operative Ergebnis 2025 um 92,7 Prozent auf 413 Millionen Euro. Die Umsatzrendite kollabierte von 14,1 auf 1,1 Prozent.

Die Sonderbelastung setzte sich zusammen aus:

  • 2,4 Milliarden Euro für Restrukturierungskosten
  • 700 Millionen Euro im Zusammenhang mit Batterieaktivitäten
  • 700 Millionen Euro durch US-Zölle

Das Management betrachtet 2025 als Tiefpunkt des aktuellen Zyklus. Für 2026 prognostiziert Porsche einen Konzernumsatz von 35 bis 36 Milliarden Euro bei einer Umsatzrendite von 5,5 bis 7,5 Prozent. Der angestrebte BEV-Anteil liegt bei 24 bis 26 Prozent. Die Warnung, dass die Fahrzeugverkäufe unter dem Vorjahresniveau liegen werden, dämpft die Euphorie allerdings.

Bei 37,75 Euro notiert die Vorzugsaktie nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 36,30 Euro. Der RSI von 34 signalisiert überverkauftes Terrain. Seit Jahresbeginn hat der Kurs über 20 Prozent eingebüßt. Die nächsten Quartalszahlen am 28. April werden zeigen, ob das „Push-to-Pass"-Programm erste Wirkung entfaltet.

Schaeffler: BaFin-Strafe lenkt den Blick auf Governance

180.000 Euro Bußgeld — der Betrag ist für einen Konzern mit 6,35 Milliarden Euro Marktkapitalisierung kaum spürbar. Die Botschaft der BaFin wiegt schwerer: Schaeffler hatte seine überraschend starken Q1-2024-Zahlen nicht unverzüglich als Insiderinformation veröffentlicht, obwohl diese erheblich von den Markterwartungen abwichen. Am Tag der verspäteten Publikation war die Aktie um mehr als 13 Prozent gesprungen.

Finanziell steht der Herzogenauracher Zulieferer vor einer anspruchsvollen Transformation. Für 2026 erwartet Schaeffler einen Konzernumsatz von 22,5 bis 24,5 Milliarden Euro — das entspricht einem währungsbereinigten Wachstum zwischen minus 4,3 und plus 4,3 Prozent. Die EBIT-Marge vor Sondereffekten wird auf 3,5 bis 5,5 Prozent geschätzt.

Besonders belastend wirkt die E-Mobilitäts-Sparte. Bei einem erwarteten Spartenumsatz von 5,2 bis 5,8 Milliarden Euro rechnet das Unternehmen mit einer EBIT-Marge von minus 13 bis minus 15 Prozent. Das sind die Kosten der Transformation vom Verbrennungsmotor zur Elektrifizierung — und sie fallen in eine Phase, in der die globale Automobilproduktion schwächelt. Der Nettoverlust der vergangenen zwölf Monate beträgt 424 Millionen Euro. Eine Dividendenrendite von 4,17 Prozent bei einem Kurs von 7,19 Euro bietet immerhin einen gewissen Puffer.

Autobranche zwischen Produktoffensive und Strukturschmerz

Die Kluft zwischen den chinesischen und europäischen Vertretern in diesem Überblick könnte kaum größer sein. BYD und XPeng setzen auf Tempo — bei Produkteinführungen, bei Technologie, bei der Expansion in neue Geschäftsfelder. Die europäischen Werte ringen mit den Folgekosten des Umbaus.

Für Deutz und Schaeffler bleibt die entscheidende Frage identisch: Können die Wachstumsbereiche Verteidigung, Energie und Elektrifizierung die strukturelle Schwäche im Verbrennungsmotorgeschäft schnell genug ausgleichen? Porsche hat mit dem Abschreibungsjahr 2025 zumindest den Schmerz nach vorne gezogen. Die kommenden Wochen bringen mit Quartalszahlen und Hauptversammlungen eine Reihe von Katalysatoren — und damit Klarheit darüber, welche Strategien tatsächlich aufgehen.

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